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Osnabrück
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Politiker erleben das Potenzial der Apotheke

Die Apotheke am Marienhospital Osnabrück (MHO) hat ein umfangreiches Angebot. Am Mittwoch erfuhren hier zwei Abgeordnete des Niedersächsischen Landtags, was Apotheken jenseits der Arzneimittelabgabe noch leisten können.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 30.10.2026  15:00 Uhr

Am 28. Oktober lud der Osnabrücker Apotheker Carl Hendrik Leue mehrere Lokalpolitiker in seine Apotheke ein. »Ich wollte in die Breite tragen, was Apotheken alles leisten, das wurde in den letzten 20 Jahren kaum von der Politik gesehen«, erklärt der Apotheker gegenüber der PZ. Schließlich kamen die Osnabrücker Landtagsabgeordneten Verena Kämmerling (CDU) und Frank Henning (SPD) zu Besuch.

Die Politiker bekamen einiges zu sehen: Leue bietet in seiner Apotheke ein breites Angebot mit Impfungen, pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) und einer Telemedizin-Box des Anbieters Mediwise. Dazu kommen Gen- und Bluttests, mit denen sich die Patienten zum Beispiel auf die Unverträglichkeit von bestimmten Arzneimitteln testen können.

Um das alles erbringen zu können, hat der Apotheker mit dem »Leue Gesundheitskompass« eine eigene GmbH gegründet, die mehrere Beratungsräume im selben Gebäude wie die Apotheke unterhält. Hier können die Patienten auch ihr Fett- und Muskelgewebe testen oder ihre Griffstärke messen lassen. So will das Team um Carl Hendrik Leue die Menschen bei einem gesunden Lebensstil unterstützen.

Ärzte entlasten

Leue hält solche Angebote für wichtig, auch weil die Ärzteschaft angesichts des demografischen Wandels zunehmend überlastet sei. »Ich habe den Politikern erklärt, wie wichtig die Apotheken sind, damit unser Gesundheitssystem auch in Zukunft funktioniert«, berichtet der Apotheker. »Meine Apotheke hat an 365 Tagen bis 22 Uhr geöffnet. Die Leute kommen oft mit Problemen wie Blasenentzündungen zu uns. Dank der Telemedizin-Box können wir ihnen meist schnell helfen. So entlasten wir auch die Notaufnahmen und die Notdienstpraxen.«

Der Apotheker arbeitet gerne mit der örtlichen Ärzteschaft zusammen. Als Beispiel nennt er die »Lange Nacht des Impfens«, die in diesem Jahr am 12. November stattfindet. Leue wird mit einer benachbarten Hausarztpraxis kooperieren. »Das Impfen macht die Praxis, aber wir rühren die Werbetrommel, unterstützen bei der Terminvergabe und liefern die Impfstoffe«, erzählt der Approbierte. »Wir machen das praktisch gemeinsam und ich finde es sehr schön, dass sowas funktioniert. Miteinander, nicht gegeneinander.«

Verena Kämmerling und Frank Henning ließen sich am Mittwoch die gesamte Apotheke zeigen und staunten unter anderem über den Kommissionierautomaten und die KI-gesteuerte Logistik. »Frank Henning kannte nur die alten Apotheken, die vergleichsweise wenig Angebote haben«, berichtet Carl Hendrik Leue. Auch die Telemedizin-Box sei auf das Interesse der Politiker gestoßen. Der Apotheker erzählte ihnen von den langwierigen bürokratischen Hürden, die er vor der Inbetriebnahme der Box bewältigen musste.

Was kann die Politik tun?

Die Abgeordneten fragten den Apotheker auch, was er sich von der Politik wünscht. »Ich habe ihnen gesagt, dass es toll wäre, wenn die Politik alle Akteure aus dem Gesundheitssystem zusammenbringen würde, damit wir gemeinsam schauen können, wie sich die Versorgung verbessern lässt«, so Leue. Verena Kämmerling und Frank Henning hätten die Idee begrüßt. »Ich bin gespannt, ob und wie sie es umsetzen werden.«

Außerdem äußerte Carl Hendrik Leue sein Unverständnis darüber, dass auf Medikamente der volle Mehrwertsteuersatz erhoben wird. »Wir reden immer von Einsparungen im Gesundheitswesen. Hier ließe sich extrem viel Geld sparen, aber das Finanzministerium will das natürlich nicht«, klagte der Apotheker. Natürlich hätten Landtagsabgeordnete keinen direkten Einfluss auf den Mehrwertsteuersatz. Aber er wolle in den Parteien ein Bewusstsein dafür schaffen.

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