| Alexandra Amanatidou |
| 03.11.2026 12:00 Uhr |
Doch die Branche warnt: »Deutschland steht im internationalen Wettbewerb um Investitionen in Forschung und Produktion unter Druck«, so Sven Prietzel, der als Geschäftsführer Gesundheitspolitik im Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) tätig ist. Während die Anzahl klinischer Studien aus China und den USA steigt, verliert Deutschland an Bedeutung. Diesem Trend soll die Standortklausel entgegenwirken. Pharmaunternehmen können sich damit unter bestimmten Bedingungen vom zusätzlichen Herstellerabschlag befreien. Die bisherigen sieben Prozent Abschlag bleiben dann bestehen.
Doch auch bei der Standortklausel sind die Meinungen geteilt. Während Pharma Deutschland sagt, dass es »allerhöchste Zeit« für ihre Umsetzung ist, warnt der BPI, dass sie an den bereits bestehenden Belastungen nichts ändern wird.
Ein weiteres Problem ist der Druck aus den USA. Tatsächlich kündigten mehrere Pharmaunternehmen, darunter Bayer, Investitionen in Milliardenhöhe in den USA an. Ein Grund dafür sind die zahlreichen neuen Zölle. Auch das Most-Favored-Nation-Prinzip, mit dem die US-Regierung die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente an die niedrigsten weltweiten Vergleichspreise anpassen will, setzt die Unternehmen zusätzlich unter Druck.
Deutschland könne und müsse nicht die Probleme der amerikanischen Arzneimittelpreispolitik lösen, so Mieves. »Es kann nicht unsere Aufgabe sein, die Folgen politischer Entscheidungen in Washington durch höhere Arzneimittelpreise und zusätzliche Belastungen unserer Beitragszahlenden aufzufangen«, teilt der SPD-Politiker mit. Deutschland müsse den Pharmastandort stärken, dennoch nicht, »indem wir jeden internationalen Wettbewerbsdruck einfach an die gesetzlich Versicherten weiterreichen«.