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Magen-Darm-Erkrankungen
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Phytopharmaka mit und ohne Evidenz

Ingwerrhizom gegen Reisekrankheit, Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom oder Aloe gegen Verstopfung: Magen-Darm-Beschwerden werden gerne phytotherapeutisch behandelt. Doch wie ist es um die Evidenzen von pflanzlichen Arzneimitteln in diesem Bereich bestellt?
AutorKontaktRobert Fürst
AutorKontaktIlse Zündorf
Datum 06.03.2022  08:00 Uhr

Hämorrhoiden

In der S3-Leitlinie »Hämorrhoidalleiden« (AWMF-Registernummer 081–007) wird in puncto Phytotherapie lediglich darauf verwiesen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung sowie Füll- und Quellstoffdrogen durch die Regulation der Stuhlkonsistenz die Symptomatik der Erkrankung bessern können. Erwähnt wird auch, dass diese Drogen nach einer Hämorrhoiden-Operation hilfreich sein können, um postoperative Schmerzen zu reduzieren.

Das HMPC führt die Indikation »symptomatische Linderung von Juckreiz und Brennen bei Hämorrhoiden« bei den Drogen Hamamelisrinde/-blätter und Eichenrinde auf und weist ihnen den TU-Status zu. Auch Kamillenblüten können eingesetzt werden, wobei die HMPC-Monographie (TU) nicht explizit auf Hämorrhoiden eingeht, sondern als Indikationsgebiet »Haut- und Schleimhautreizungen im Anal- und Genitalbereich« nennt. Als Anwendungsformen werden Sitzbäder, Suppositorien und halbfeste Zubereitungen genutzt.

Fazit

Für die Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden werden zahlreiche pflanzliche Drogen und deren Zubereitungen eingesetzt. Die klinische Evidenz für ihre Verwendung ist recht heterogen: Einige Drogen sind gar nicht klinisch untersucht, ihr Einsatz erscheint aber plausibel, andere weisen sehr gute klinische Daten auf. Diese Datenlage sollte als Orientierung für die Beratung in der Apotheke genutzt werden.

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