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Phoenix will Apothekenlager managen

Im Wettbewerb mit Versandkonzernen und Drogerieketten müssen sich Apotheken weiter professionalisieren, ist Phoenix-Deutschlandchef Marcus Freitag überzeugt. Der Großhändler will aktiver als bisher beim Lagermanagement unterstützen und sieht auch im Marketing die Zeit reif für Kompromisse.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 31.07.2026  08:30 Uhr
Freitag fordert Kompromissbereitschaft

Freitag fordert Kompromissbereitschaft

»Wie beim Thema VMI muss der Apotheker über seinen Schatten springen: Wo ist das Problem zu sagen, ich habe als Individualapotheker einen starken Partner, der mir Hilfestellung gibt in meinem sich immer größer werdenden Wettbewerb? Wir brauchen eine Antwort auf die starken Marken der Drogeriemärkte«, so Freitag gegenüber der PZ.

Er werde nicht »das böse Wort Apothekenkette« benutzen, »aber ohne Kompromisse wird es nicht gehen«, meint Freitag und liefert ein Beispiel aus der Praxis: »Wenn wir über ein Planogramm reden, muss das auch umgesetzt werden. Dann darf eben nicht der altbekannte Außendienstler kommen und noch mal einen halben Meter Regal freiräumen.« Auch die Industrie erwarte eine definierte Gegenleistung für eine Vergütung.

Der schwierige Spagat, den Freitag meint: Die Apotheke muss das Versprechen einer Dachmarke wie Linda einlösen, ohne ihre Individualität als Adler-Apotheke zu verlieren. »Aber ich bin felsenfest überzeugt: Das Leistungsversprechen muss sich abheben vom roten A. Wir wollen mehr als das rote A«, so Freitag.

Wie schwierig das ist, die Apotheken unter ein Dach zu bekommen, erlebt Phoenix selbst beim Thema Plattform. Bei Gesund.de hat der Großhändler eine beherrschende Stellung, man sei aber offen für weitere Beteiligungen. Überhaupt wäre eine einheitliche Lösung aller Apotheken der Idealfall, findet Freitag. Aber von diesem Zusammenschluss träumt die Branche nun auch schon einige Jahre.

Politik ignoriert Großhändler

Ausgeträumt ist in dieser Legislaturperiode wohl der Traum einer Honoraranpassung für die Großhändler. Der Branchenverband Phagro, dessen Vorsitzender Freitag ist, hat zuletzt eine Erhöhung des Fixhonorars von derzeit 73 Cent pro Packung um mindestens 30 Cent gefordert – vergeblich. Man könnte es positiv sehen, so Freitag mit halbem Ernst: Immerhin sei der Großhandel im Rahmen der GKV-Sparreform nicht zusätzlich belastet worden.

Vielleicht wurde die Branche aber auch einfach übersehen. Denn seit Jahren leben die Großhändler in der unbefriedigenden Situation, von der Politik im Grunde nicht wahrgenommen zu werden, mit einer kurzen Ausnahme während der Corona-Pandemie im Zuge der Impfstoffverteilung. Doch in der jetzt vorzeitig beendeten Amtszeit von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gab es kein einziges persönliches Gespräch.

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