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Großhandel
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Rx-Kosten überflügeln Umsatz

Die Kosten des Großhandels übertreffen inzwischen den Umsatz im Rx-Bereich – ein Alarmsignal für den Branchenverband Phagro. Die Erosion der flächendeckenden Arzneimittelversorgung schreite voran.
Datum 21.05.2026  17:30 Uhr

Die Gesamtkosten im vollversorgenden Pharmagroßhandel erreichten 2025 laut Phagro mit mehr als 1,5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Damit überträfen sie die Höhe der gesetzlichen Vergütung für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Der Verband stützt sich auf Zahlen des Instituts für Handelsforschung (IFH). »Unsere Kosten fressen auf, was wir im Rx-Bereich verdienen«, so der der Phagro-Vorsitzende Marcus Freitag. »Damit erodiert die wirtschaftliche Grundlage der flächendeckenden Arzneimittelversorgung weiter.«

Die Großhändler bekräftigen ihre Forderung nach einer Vergütungsreform. Die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) müsse dringend strukturell reformiert werden, dies dulde keinen weiteren Aufschub. Im Vergleich zum letzten Vorkrisenjahr 2021, vor dem Beginn des Ukrainekriegs und anhaltender Krisen mit Inflations- und Kostensteigerungen, seien die Kosten im vollversorgenden Pharmagroßhandel um 35 Prozent gestiegen. 

Von den Preissteigerungen besonders betroffen seien Fremdkapitalkosten, hier schlugen 164 Prozent mehr zu Buche, was unter anderem dem wachsenden Hochpreiseranteil und dem hohen Zinsniveau geschuldet ist. Die Branche verzeichnet aber auch ansonsten deutliche Steigerungen, etwa bei Raum-, Touren- und Personalkosten.

30 Cent höherer Festzuschlag pro Packung

Darauf reagieren kann der Großhandel nicht, da Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel und damit auch die Großhandelsvergütung gesetzlich festgeschrieben sind. Das Manko beklagte Kerem Inanc, stellvertretender Vorsitzender des Phagro. Seit Jahren trügen die Großhändler sämtliche Kostensteigerungen, ohne dass die gesetzliche Vergütung entsprechend erhöht werde. »Das Gesundheitswesen spart auf unsere Kosten – das ist nicht länger tragfähig.«

Konkret fordert der Verband einen um 30 Cent erhöhten Festzuschlag pro Packung. Unter den aktuellen Konditionen gebe der Großhandel 65 Prozent der Rx-Packungen nicht mehr kostendeckend ab, darauf hätten Inanc und Freitag Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereits im Februar in einem Brief hingewiesen. 

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