| Annette Rößler |
| 09.09.2026 13:05 Uhr |
Die COPANA-Studie war eine prospektive Beobachtungsstudie am Rigshospitalet in Kopenhagen, an der 685 gesunde Frauen mit Einlingsschwangerschaft und ihre 302 weiblichen Neugeborenen teilnahmen. Eine Paracetamol-Anwendung wurde ab dem ersten Trimester alle zwei Wochen per Selbstauskunft und Urintest erfasst. Die weiblichen Säuglinge wurden abhängig vom Zeitpunkt der Paracetamol-Exposition unterteilt in frühe Exposition (Anwendung vor der Schwangerschaftswoche 17, n = 92, davon 22 ausschließlich mit früher Exposition), mittlere bis späte Exposition (ab Schwangerschaftswoche 17, n = 67) sowie keine Exposition (Kontrollgruppe, n = 143).
Bei den Mädchen, die früh in ihrer embryonalen Entwicklung Paracetamol ausgesetzt gewesen waren, hatten die Eierstöcke und die Gebärmutter geringere Volumina als bei den Kontrollen (durchschnittlich −0,11 cm3 beziehungsweise −0,18 cm3). Eine Exposition in der mittleren bis späten Embryonalphase war mit einer geringeren Anzahl an Ovarialfollikeln verbunden (−1,05 Follikel). Prozentual belief sich der Volumenverlust der Eierstöcke infolge einer frühen Paracetamol-Exposition auf 40 Prozent; nach einer Exposition in der mittleren bis späten Embryonalentwicklung waren 23 Prozent weniger Follikel vorhanden.
Die Konzentration des Anti-Müller-Hormons (AMH), das mit der Funktion der Eierstöcke korreliert, war bei Mädchen mit früher Paracetamol-Exposition in utero reduziert (−0,45 Standardabweichungen). Die Ergebnisse der Urinuntersuchungen der Mütter deuteten auf einen dosisabhängigen Effekt hin: Höhere Paracetamol-Konzentrationen im Urin der Mütter waren mit geringeren Volumina der Eierstöcke und Gebärmütter sowie auch des Brustgewebes bei den weiblichen Säuglingen assoziiert.
Die Analyse einer unabhängigen Kohorte von 1210 Mädchen, die im Rahmen einer anderen Studie, der Copenhagen Mother-Child Cohort, von der frühen Kindheit bis zur Pubertät begleitet wurden, bestätigte die Ergebnisse. Teilnehmerinnen, deren Mütter in der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatten, hatten als Jugendliche kleinere Gebärmütter (−4,11 cm3) und Eierstöcke (−2,76 cm3) als nicht exponierte Teilnehmerinnen. Allerdings war in dieser Kohorte die Anwendung von Paracetamol nicht so detailliert erfasst worden wie in der COPANA-Studie – lediglich einmal zu Beginn des dritten Schwangerschaftsdrittels als Ja/Nein-Frage.