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Anwendung in der Schwangerschaft
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Paracetamol könnte weiblichen Babys schaden

Viel wurde schon über mögliche negative Folgen einer Anwendung von Paracetamol in der Schwangerschaft für die betroffenen Kinder diskutiert. Nun gibt es eine neue Studie zu dem Thema – und einen neuen Verdacht, der gut begründet scheint.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 09.09.2026  13:05 Uhr

Limitationen und Implikationen für die Praxis

Limitationen der Studie sind die relativ kleine Kohortengröße und das Beobachtungsdesign, das die Etablierung einer Kausalität prinzipiell ausschließt. Für einen tatsächlichen kausalen Zusammenhang sprechen jedoch die Dosis-Wirkungs-Beziehung, die Bestätigung der Ergebnisse in einer unabhängigen Kohorte und die Evidenz aus Tiermodellen. Die Ergebnisse blieben zudem robust, nachdem Fieber der Mutter und andere Faktoren, die unabhängig von der Paracetamol-Anwendung dem Fetus geschadet haben könnten, in die Berechnungen einbezogen wurden.

Die Forderung der Autoren, den möglichen Zusammenhang in größeren Studien weiter zu untersuchen, ist daher gerechtfertigt. Sie betonen zudem richtigerweise, dass geklärt werden müsse, ob sich die beobachteten Unterschiede tatsächlich auf die Fortpflanzungsfähigkeit betroffener Frauen auswirken.

Dem pflichtet Professor Dr. Christian De Geyter vom Universitätsspital Basel in einem begleitenden Kommentar zu. Er hält die Bedeutung der aktuellen Erkenntnisse für herausragend. Die Empfehlungen zur Anwendung von Paracetamol während der Schwangerschaft müssten nun überarbeitet werden, meint er.

Hierfür bräuchte es jedoch angesichts der ohnehin bereits zurückhaltenden Empfehlungen wohl mehr Evidenz. Aktuell wird die Anwendung von Paracetamol in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung in der niedrigst nötigen Dosis und für den kürzest möglichen Zeitraum empfohlen. Generell sollte eine Medikamentenanwendung in der Schwangerschaft nicht leichtfertig und nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen. Für Frauen mit starken Schmerzen und/oder hohem Fieber gibt es aber in der Schwangerschaft kaum andere Alternativen mit ähnlich guter Evidenz wie Paracetamol.

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