| Lukas Brockfeld |
| 27.02.2026 18:00 Uhr |
Für einige Medikamente werden erhebliche Summen fällig. / © Adobe/Kzenon
Der 28. Februar ist der Tag der seltenen Erkrankungen. Es wird geschätzt, dass es 6000 bis 8000 unterschiedliche orphan diseases gibt. Laut dem Bundesgesundheitsministerium leben in Deutschland etwa vier Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung, in der gesamten EU geht man von circa 30 Millionen Betroffenen aus – damit sind die seltenen Erkrankungen in der Summe gar nicht so selten. In der EU gilt eine Krankheit als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind.
Für viele seltene Erkrankungen gibt es inzwischen wirksame Medikamente, sogenannte Orphan Drugs. Nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) fallen rund ein Drittel der Arzneimittel, die in den vergangenen fünf Jahren neu eingeführt wurden, in diese Kategorie. Aktuell gibt es in der EU knapp 160 Medikamente mit Orphan Drug Status.
Für Betroffene können diese Medikamente lebensverändernd oder sogar lebensrettend sein. Doch für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) stellen sie eine erhebliche finanzielle Belastung dar und sind deswegen immer wieder Gegenstand von Diskussionen.
Da die Orphan Drugs nur für eine kleine Gruppe an Patienten in Frage kommen, verlangen die Hersteller sehr hohe Preise, um die Entwicklungskosten wieder einzunehmen. Außerdem gelten besondere Regeln für die Zulassung. Eine reguläre Nutzenbewertung durch das IQWiG erfolgt erst ab einer Umsatzschwelle von 30 Millionen Euro im Jahr.
Aktuelle Zahlen der ABDATA zeigt, dass die teuersten Medikamente in Deutschland, gemessen am Apothekenverkaufspreis, allesamt Orphan Drugs sind. Erfasst wurde allerdings nur der Preis einer Packung in der teuersten Packungsgröße/Wirkstärke, der nichts über die gesamten Therapiekosten aussagt.
Das Präparat Hemgenix ist beispielsweise mit einem Preis von 2,5 Millionen Euro das mit Abstand teuerste Medikament in Deutschland. Doch mit einer einzigen Infusion dieser Gentherapie könnte sich eine Hämophilie B laut Modellrechnungen für mindestens 25 Jahre behandeln lassen. Die meisten Medikamente müssen dagegen dauerhaft und regelmäßig angewendet werden. Das macht ein gegeneinander Aufrechnen schwierig, denn es kommt auf die individuelle Dosierung an.
Das sind aktuell die teuersten Medikamente in Deutschland (Stand 1. Februar 2026). Gelistet ist jeweils nur die teuerste Packungsgröße/Wirkstärke.