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Nahrungsergänzung
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Öko-Test kritisiert zu hohe Magnesium-Dosierung

Gegen Krämpfe, für Muskeln, Nerven oder schlicht als Basisversorgung – die Einsatzgebiete von Magnesium sind vielfältig, entsprechend hoch ist der Absatz. Alles unnötig, heißt es in der aktuellen Ausgabe von »Öko-Test« nach der Beurteilung von 28 Präparaten. Noch dazu sei jedes zweite Präparat zu hoch dosiert.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 28.05.2026  09:00 Uhr

Unter die Lupe genommen wurden unter anderem auch Apothekern sehr bekannte Magnesium-Präparate wie Orthomol, Verla, Magnetrans oder Magnesium von Ratiopharm. Aber auch andere namhafte Produkte wie Sunday Naturals schickte »Öko-Test« ins Labor. Dabei haben die Tester vier große Kritikpunkte herausgearbeitet: mangelnde Notwendigkeit, Überdosierung, unnötige Zusatzstoffe und mangelhafte Deklaration.

Unterstützt wurden das Verbrauchermagazin von den Apothekern Dr. Mario Wurglics und Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität in Frankfurt als Experten. Ihre Einschätzung: für gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, bringen Magnesiumpräparate keinen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen.

Gesunde Ernährung ist ausreichend

Menschen, die sich ausgewogen ernähren, nehmen ausreichend Magnesium auf. Der Mineralstoff ist unter anderem in grünem Blattgemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, aber auch in Fisch, Eiern und Milch enthalten. Mineralwässer enthalten Magnesium ebenso wie  dunkle Schokolade und – die Kaffeeliebhaber mag es freuen – Espresso. Ein Mangel sei bei ausgewogener Ernährung selten, zitiert »Öko-Test« die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Einzige Ausnahmen: Stoffwechselstörungen und manche Medikamente können eine Supplementierung notwendig machen. Dies bedarf jedoch ärztlicher Abklärung, auch, um die individuell benötige Dosierung zu finden.

Zur vielbeworbenen Wirkung gegen Krämpfe beurteilten die beiden Experten die aktuelle Studienlage. Fazit: die Datenlage rechtfertigt bei älteren Erwachsenen nicht den Einsatz von Magnesium als Prävention gegen Krämpfe. Für die Anwendung durch Schwangere und Sportler fehlten belastbare Daten, schreiben Wurglics und Schubert-Zsilavecz.

Überdosierung und kritische Inhaltsstoffe

Problematisch sieht »Öko-Test« vor allem die Dosierung der getesteten Präparate. Die Hälfte der untersuchten Produkte sei überdosiert, urteilt das Magazin und orientiert sich dabei am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Dieses empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 250 mg. Schon eine Dosierung von 300 mg könne Durchfall verursachen. Höhere Dosierungen können laut DGE zu Übelkeit, Erbrechen und schlimmstenfalls zu kardiovaskulären Symptomen führen.

Bei acht Produkten kritisiert »Öko-Test« zugesetzte Süßstoffe, da es Hinweise auf eine ungünstige Wirkung auf das Mikrobiom und den Blutzuckerspiegel gebe. In der Regel sind Süßstoffe bei löslichen Produkten oder Pulver zur Direkteinnahme zugesetzt.

Es seien aber auch – ebenso wie in Tabletten oder Kapseln – Carboxymethylcellulose, Phosphat oder Talkum als Hilfsstoffe zu finden. Carboxymethylcellulose und Polysorbat 80 haben in Tierstudien die Darmflora negativ beeinflusst. Auch zugesetztes Phosphat kritisierten die Tester. Denn Menschen mit erhöhten Phosphat-Spiegeln wiesen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall auf. Und Talkum werde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als potentiell krebserregend eingestuft. In diesem Jahr entscheide die EU über eine gleichlautende Einstufung.

Mangelhafte Deklaration

Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland unterliegen unter anderem den allgemeinen Vorschriften für Lebensmittel, die durch die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) geregelt sind. Allen getesteten Präparaten sei gemein, so »Öko-Test«, dass Warnhinweise nur unzulänglich angegeben seien.

Bei 15 Präparaten fehlten Verweise auf die LMIV bei der Angabe von Nährstoffbezugswerten in der Nährwertdeklaration beziehungsweise für den Nährstoffbedarf. Besonders problematisch sei dies, wenn der Nährstoffbedarf an Erwachsenen orientiert ist und das Präparat für Kinder und Jugendliche beworben werde.

Fast durchgehend fehlten zudem Hinweise auf Rücksprache mit dem Arzt, wenn gleichzeitig Arzneimittel angewendet werden oder die Nierenfunktion eingeschränkt ist. Immerhin werde bei 20 Präparaten auf eine mögliche abführende Wirkung hingewiesen.

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