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Unkomplizierte Harnwegsinfekte
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Nitrofurantoin wirkt am besten

Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen werden mehrere verschiedene Antibiotika gleichberechtigt als Erstlinientherapeutika empfohlen. In einer Vergleichsstudie schnitten nun Nitrofurantoin am besten und Fosfomycin am schlechtesten ab.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 13.05.2026  12:00 Uhr

Unkomplizierte Harnwegsinfektionen (HWI) kommen häufig vor und sind in den meisten Fällen durch Escherichia coli verursacht. Oft werden sie durch die kurzzeitige Gabe eines Antibiotikums behandelt. Dabei nennen internationale Leitlinien Nitrofurantoin, Fosfomycin und teilweise Pivmecillinam als Wirkstoffe der ersten Wahl – so auch die deutsche S3-Leitlinie. Bislang fehlten jedoch direkte Vergleichsdaten der drei Erstlinientherapeutika.

Vor diesem Hintergrund machte ein Team um Dr. Carl Llor vom Institute for Primary Health Care Research Jordi Gol i Gurina in Barcelona, Spanien, eine randomisierte, offene, multizentrische Phase-IV-Studie. Eingeschlossen waren erwachsene Frauen mit unkomplizierter HWI, die entweder einmal 3 g Fosfomycin (n = 191), zweimal 3 g Fosfomycin im Abstand von 24 Stunden (n = 194), dreimal täglich 100 mg Nitrofurantoin für drei Tage (n = 190) oder dreimal täglich 400 mg Pivmecillinam für drei Tage (n = 193) erhielten. Primärer Endpunkt der Studie war das Verschwinden sämtlicher Symptome der HWI an Tag 7.

Laut der Publikation der Ergebnisse im Fachjournal »The Lancet« war Nitrofurantoin am effektivsten: In der entsprechenden Gruppe wurde der primäre Endpunkt bei 128 von 172 Patientinnen (74 Prozent) erreicht. Den zweiten Platz im Wirksamkeits-Ranking sicherte sich Pivmecillinam mit 127 von 182 Patientinnen, die den primären Endpunkt erreichten (70 Prozent). Mit Fosfomycin wurde der primäre Endpunkt in der Doppeldosis-Gruppe bei 122 von 181 Patientinnen (70 Prozent) und in der Einzeldosis-Gruppe bei 109 von 185 Patientinnen (59 Prozent) erreicht.

In puncto Verträglichkeit gab es folgende Ergebnisse: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) traten unter Nitrofurantoin bei 26,8 Prozent, unter Pivemcillinam bei 21,2 Prozent, unter zwei Dosen Fosfomycin 26,3 Prozent und unter einer Dosis Fosfomycin bei 19,9 Prozent der Frauen auf. Die meisten UAW waren mild, selbstlimitierend und betrafen den Magen-Darm-Trakt. Schwerwiegende UAW gab es vier, davon eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) in der Pivmecillinam-Gruppe.

Das Autorenteam folgert aus diesen Ergebnissen, dass die Rolle von Fosfomycin als Antibiotikum der ersten Wahl bei HWI überdacht werden sollte, da die Einzeldosis dieses Wirkstoffs in der Untersuchung am wenigsten wirksam war. Bei insgesamt guter Verträglichkeit habe Nitrofurantoin am meisten überzeugt.

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