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Tovorafenib
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Neuer Wirkstoff bei kindlichen Hirntumoren

Mit Tovorafenib ist eine zielgerichtete Therapie zur Behandlung von bestimmten Hirntumoren bei Kindern verfügbar. Der Kinasehemmer wirkt bei Tumoren mit BRAF-Fusionen/Umlagerungen und BRAF-V600-Mutationen.
AutorKontaktKerstin A. Gräfe
Datum 04.06.2026  07:00 Uhr

Leberwerte kontrollieren

Sehr häufig wurden Erhöhungen der Leberwerte, insbesondere von Alaninaminotransferase (ALT), Aspartataminotransferase (AST) und Bilirubin beobachtet. Die Leberfunktion sollte vor Therapiebeginn, ein Monat nach Beginn und routinemäßig während der Behandlung überwacht werden. Zu den sehr häufigen Nebenwirkungen zählt zudem Hauttoxizität. Patienten und Betreuungspersonen sollen über das Risiko von Hautausschlag und Lichtempfindlichkeit während der Behandlung aufgeklärt werden. Es wird empfohlen, unter Tovorafenib Vorsichtsmaßnahmen gegen UV-Strahlung zu treffen, etwa Sonnenschutzmittel mit LSF ≥ 50, Sonnenbrille und/oder Schutzkleidung einzusetzen.

Tovorafenib ist ein Substrat von CYP2C8. Die gleichzeitige Anwendung mit starken oder moderaten Inhibitoren beziehungsweise Induktoren dieses Enzyms sollten vermieden werden. Zudem kann der Kinasehemmer als CYP3A-Induktor unter anderem die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva abschwächen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Therapie und für 28 Tage nach der letzten Dosis eine wirksame nicht hormonelle Verhütungsmethode verwenden. Während der Behandlung und für zwei Wochen nach der letzten Dosis soll nicht gestillt werden. Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für zwei Wochen nach der letzten Dosis wirksam verhüten.

Hohe Ansprechrate

Die Zulassung basiert auf der einarmigen, offenen Phase-II-Studie FIREFLY-1 mit 76 Patienten im Alter von sechs Monaten bis 25 Jahren. Die Teilnehmenden erhielten etwa 420 mg/m² Tovorafenib einmal wöchentlich bis zum Fortschreiten der Erkrankung, kein klinischer Nutzen mehr vorhanden war oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität.

Alle zwölf Wochen wurde eine Tumorbewertung durchgeführt. Primäre Endpunkte waren die Gesamtansprechraten (ORR) der Patienten, die durch eine unabhängige Bewertung gemäß den RANO-HGG-Kriterien (Response Assessment in Neuro-Oncology for High-Grade Gliomas) und den RAPNO-LGG-Kriterien (Response Assessment in Pediatric Neuro-Oncology for Low-Grade Gliomas) beurteilt wurden. Beide Kriterien sind international anerkannte Systeme zur Beurteilung des Remissionsstatus bei Gliomen.

Die ORR betrug 71 Prozent gemäß den RANO-HGG-Kriterien und 53 Prozent gemäß den RAPNO-LGG-Kriterien. Basierend auf den RAPNO-LGG-Kriterien lag die mediane Zeit bis zum Ansprechen bei 5,4 Monaten, bei einer medianen Ansprechdauer von 18,0 Monaten.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Veränderungen der Haarfarbe, erhöhte Werte der Kreatinphosphokinase, Müdigkeit, Anämie, Erbrechen, niedrige Phosphatspiegel, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Fieber, Wachstumsverzögerung und trockene Haut.

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