| Sven Siebenand |
| 29.10.2026 07:00 Uhr |
Checkpoint-Inhibitoren für die Behandlung bei Lungenkrebs sind seit Langem bekannt. Mit Sugemalimab gibt es seit Oktober einen weiteren davon auf dem deutschen Markt. / © Getty Images/Mohammed Haneefa Nizamudeen
Sugemalimab bindet – wie Atezolizumab und Durvalumab – den Programmed-Death-Liganden 1 (PD-L1), der von Tumorzellen oder tumorassoziierten Immunzellen im Tumormikromilieu exprimiert wird. Durch seine Interaktion mit PD-1 und CD80 (B7.1) auf Immunzellen blockiert PD-L1 die T-Zellfunktion und -aktivierung. Damit wird die zytotoxische T-Zellaktivität, Proliferation und Zytokinproduktion ausgebremst. Wird die Interaktion zwischen PD-L1/PD-1 sowie PD-L1/CD80 durch Checkpoint-Inhibitoren wie Sugemalimab blockiert, verbessert sich die antitumorale Immunantwort und die T-Zellen werden wieder aktiviert.
Zugelassen ist Sugemalimab in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie als Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) ohne sensibilisierende EGFR-Mutationen oder genomische ALK-, ROS1- oder RET-Tumoraberrationen.
Zudem ist der Antikörper als Monotherapie indiziert zur Behandlung des nicht resezierbaren NSCLC im Stadium III ohne sensibilisierende EGFR-Mutationen oder ALK-, ROS1-genomische Tumoraberrationen bei Erwachsenen, deren Tumoren PD-L1 auf ≥ 1 Prozent der Tumorzellen exprimieren und deren Erkrankung nach platinbasierter Radiochemotherapie nicht fortgeschritten ist.
Basis der Zulassung sind die Ergebnisse der Phase-III-Studien Gemstone-302 und -301. An Gemstone-302 nahmen 479 Personen mit metastasiertem NSCLC teil, dessen EGFR-, ALK-, ROS1- oder RET-Gene keine Veränderungen aufwiesen. Sie erhielten entweder Sugemalimab oder Placebo jeweils zusammen mit einer Chemotherapie auf Platinbasis. Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), zu den sekundären Endpunkten gehörte das Gesamtüberleben (OS). Die Studie ergab, dass Patienten, die zusätzlich Sugemalimab erhielten, durchschnittlich 9,0 Monate lebten, bevor sich ihre Krebserkrankung verschlimmerte, verglichen mit 4,9 Monaten bei Patienten im Kontrollarm. Das OS betrug unter Sugemalimab plus Chemotherapie 25,4 Monate, unter Chemotherapie allein 16,9 Monate.
An Gemstone-301 nahmen 381 Erwachsene mit NSCLC teil, deren Tumor nicht operativ entfernt werden konnte und deren Erkrankung sich nach Behandlung mit einer platinbasierten Chemotherapie plus Strahlentherapie nicht verschlimmert hatte. Sie erhielten entweder alle drei Wochen Sugemalimab oder Placebo. Wie in der Gemstone-302-Studie war das PFS der primäre Endpunkt und das OS ein sekundärer Endpunkt. Der primäre Endpunkt wurde erreicht: Das PFS lag im Verumarm bei 10,6 Monaten und unter Placebo bei 6,2 Monaten. In Bezug auf das OS gab es allerdings keinen signifikanten Unterschied (47,4 versus 32,4 Monate).