| Theo Dingermann |
| 27.10.2020 07:00 Uhr |
Als vielversprechendster Kandidat wurde die Doppelmutante 2P/GSAS identifiziert, die den Entwicklungsnamen MRT5500 erhielt. Diese mRNA induzierte sehr effizient die Bildung neutralisierender Antikörper, die mithilfe zweier unabhängiger Methoden bestimmt wurden. Ferner induzierte die mRNA in beiden Tiermodellen eine TH1-gewichtete Immunreaktionen.
Dies ist ein aus Sicherheitsaspekten wichtiges Ergebnis, da bei allen Corona-Impfstoffentwicklungen die Befürchtung im Raum steht, dass diese Impfstoffe möglicherweise eine impfstoffassoziierte Immunverstärkung im Zusammenhang mit TH2-gewichteten Reaktionen auslösen könnte. Diese Befürchtung konnte jedoch bisher glücklicherweise noch für keinen Impfstoffkandidaten nachgewiesen werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hier eine mRNA mit einer vielversprechenden Doppelmutation konstruiert und getestet wurde, die eine besonders gut stabilisierte Form der Präfusionskonformation des S-Proteins kodiert. Der Kandidat MRT5500 hat sich als sehr gut immunogen erwiesen. In Mäusen und nicht humanen Primaten ruft diese mRNA eine starke Expression neutralisierender Antikörper sowie eine TH1-gewichtete zelluläre Immunantwort hervor. In weiteren Studien soll MRT5500 nun klinisch getestet werden.