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EMA-Empfehlung

Moderna-Impfstoff bald für Kinder und Jugendliche

Der Coronavirus-Impfstoff des US-Herstellers Moderna kann nach einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA auch Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren gespritzt werden.
dpa
PZ
23.07.2021  15:56 Uhr

Die Experten der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bewerteten am Freitag in Amsterdam die entsprechenden Daten von Studien positiv und machten den Weg frei für die Zulassung des Impfstoffes für 12- bis 17-Jährige. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, das aber gilt als Formsache.

Das Präparat von Moderna «Spikevax» wäre damit der zweite Coronavirus-Impfstoff, der auch jungen Menschen verabreicht werden darf. Ende Mai war der Impfstoff von Pfizer/Biontech auch für 12- bis 15-Jährige zugelassen worden.

Kinder und Jugendliche erkranken zwar vergleichsweise selten an Covid-19. Aber nach Ansicht der Experten der EMA sind dennoch die Vorzüge einer Impfung höher einzuschätzen als mögliche Risiken vor allem bei den Jüngeren mit Vorerkrankungen und daher erhöhtem Risiko.

Grundlage des Antrags von Moderna war eine Studie bei 2500 Jugendlichen in den USA. Die Wirksamkeit lag nach Angaben des Unternehmens bei 100 Prozent. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren jene, die auch bei älteren Menschen detektiert wurden. Spikevax wird auch im Alter von 12-17 Jahren zweimal in den Oberarm injiziert. Anfang Juni hatte das Unternehmen die Zulassung des Impfstoffs für 12- bis 17-Jährige in der EU beantragt.

Die bei Erwachsenen festgestellten sehr seltenen Nebenwirkungen wie Entzündung der Herzmuskels und Entzündung des Herzbeutels konnten den Experten zufolge angesichts der geringen Zahl der Versuchspersonen zwar nicht festgestellt werden. Doch gebe es keinen Zweifel an der Sicherheit des Präparates. Die Kontrolle auf mögliche Nebenwirkungen wird aber dauerhaft fortgesetzt, erklärte die EU-Behörde. Die Entscheidung der EMA könnte den Druck auch auf deutsche Behörden erhöhen. Bisher empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen. Doch angesichts der steigenden Infektionszahlen und der raschen Ausbreitung der Delta-Variante drängen Politiker auf eine Erweiterung der Empfehlung. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek äußerte die Hoffnung, dass die Stiko ihre Empfehlung erweitern werde. Mit der erwarteten Zulassung des Moderna-Impfstoffs seien dann «zwei hochwirksame Präparate auf dem Markt, mit denen wir unsere Impfkampagne auf weitere, bisher von der Impfung weitgehend ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen, ausweiten können», sagte der Minister den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Viele andere Länder impfen bereits 12- bis 17-Jährige, auch um die Herdenimmunität zu erreichen.

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