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Apothekerkammer des Saarlands

Modellversuche zu Grippeimpfungen »konstruktiv begleiten«

Die Apothekerkammer des Saarlands will dazu beitragen, die Impfquoten in Deutschland zu verbessern. Zu diesem Zweck werde sie die ab März erlaubten Modellprojekte zur Grippeimpfung in den Apotheken »konstruktiv begleiten«, teilte die Kammer heute mit.
Christina Müller
13.01.2020
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Mit dem Masernschutzgesetz hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Regelung auf den Weg gebracht, die es Krankenkassen und Apotheken erlaubt, gemeinsam in regionalen Modellprojekten Grippeimpfungen in den Offizinen anzubieten. Ein Teil der Apotheker begrüßt die neu geschaffene Möglichkeit, einige fürchten jedoch um ihr Verhältnis zur Ärzteschaft und lehnen die Impfmodelle ab.

Nach und nach positionieren sich nun die Apothekerkammern zu der Thematik. Dabei gehen die Haltungen weit auseinander: Während etwa Berlindie Impfungen in den Offizinen befürwortet, verabschiedete die Kammer Brandenburg zusammen mit der örtlichen Ärztekammereine Resolution gegen entsprechende Projekte.

Das Saarland äußert sich zwar verhalten, will dem Wunsch der Politik aber nachkommen. »Die Apothekerkammer des Saarlands hat zu keinem Zeitpunkt die Grippeimpfung durch Apotheken aktiv eingefordert«, erinnert Kammerchef Manfred Saar. Wie schon ABDA-Präsident Friedemann Schmidt Ende Dezember betont auch Saar: »Wenn aber der Gesetzgeber einen entsprechenden Auftrag erteilt, nehmen wir uns dessen an.« Den vom Gesetzgeber vorgegebenen Weg wolle man »in sehr enger Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft« beschreiten.

Auch wenn sicher nicht jede Apotheke die Impfung anbieten werde, sei die Immunisierung in den Offizinen eine Ergänzung für das bestehende Versorgungssystem, heißt es vonseiten der Kammer.

 

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