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Social Media für Apotheken
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Mit Positionierung und Strategie

Wir müssten da mal was mit Social Media machen – aber wie und was? Das sollte gut überlegt sein, bevor man einen Kanal eröffnet. Tipps von Apofluencerin Chantal Sebrantke gab es beim LAV-Forum in Hannover. Sie erklärte, warum zum Beispiel ausgerechnet Pinterest für Apotheken interessant sein kann.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 14.04.2026  10:30 Uhr

Personas statt Zielgruppen erstellen

»Trauen Sie sich, in die Nische zu gehen, zum Beispiel auf junge Mütter oder Diabetiker«, riet Sebrantke. Der Zeitaufwand unter anderem mithilfe der KI sogenannte Personas zu definieren und dann gezielte Posts zu erstellen, lohne sich.

Eine Persona bündelt typische Merkmale einer Nutzergruppe zu einer konkreten, typischen »Person« mit Namen, Alter, Beruf, Lebenssituation, Werten, Bedürfnissen et cetera. Und zwar nicht als Fantasieperson, sondern basierend aus Daten, Erfahrung und Marktforschung. »Denken Sie dabei an die Sorgen und Nöte der Zielgruppe, versuchen Sie, deren Probleme vorauszusehen – wenn Sie hier Kompetenz zeigen, färbt das auf andere Bereich ab.«

Zu überlegen ist auch, wen man im Team wie einbinden kann – wer ist zum Beispiel bereit, vor die Kamera zu treten oder Videos aufzunehmen und zu schneiden.

Einmal monatlich Content planen und erstellen

Hat man die Accounts eingerichtet, lohnt es sich, etwas Zeit und Mühe in Vorlagen mit der Corporate Identity zu investieren. Beliebt sei das sogenannte »Canva«-Tool. »Es sollte ein wiederkehrendes, übersichtliches Design sein, das auffällt«, so Sebrantke, die als »Apofluencerin« speziell Apothekenteams schult.

Dann kann es an die Content-Planung gehen. Dazu legt man am besten zunächst eher grob für ein halbes bis ganzes Jahr fest, welche Themen man bespielen will. Einmal im Monat geht es dann um die genauen Inhalte und Formate, die man zugleich produziert. Pro Plattform setzt die Expertin etwa einen halben Tag Zeit, wobei sich am Anfang auch gleiche Inhalte für verschiedene Plattformen nutzen ließen.

Video-Content läuft laut Sebrantke mit am besten, ist aber auch am aufwendigsten und braucht etwas Übung. Es reichen jedoch sehr kurze Sequenzen, da die Aufmerksamkeitsspanne im Internet extrem kurz ist. Dabei gilt: Menschen sehen am liebsten Menschen. Die Gefilmten sollten sich also wohl vor der Kamera fühlen und authentisch rüberkommen.

»Sie sind keine Influencer, Sie brauchen also nicht jeden Tag neuen Content«, beruhigte die Referentin. Zwei bis drei Beiträge pro Woche seien ausreichend. Der Content müsse »snackable«, also kurz und auf den Punkt sein. Posts sollten nicht überladen wirken.

Generell empfahl sie einen Mix verschiedener Formate und dabei ein Thema weiterzuspielen. Zum Beispiel ein Bilder-Karrussell plus Checkliste zu einem Beratungsthema. Mithilfe von KI ließen sich verschiedene Posts zu denselben Inhalten für verschiedene Kanäle erstellen. Ein Instagram-Reel könne man zum Beispiel auch als Youtube-Short nutzen.

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