Neues Umfeld, ungewohnte Abläufe und medizinische Fachbegriffe: Krankenhausangst ist oft auch Angst vor dem Unbekannten. / © Shutterstock/Halfpoint
Kloß im Hals, Grummeln im Bauch oder ein Sorgenkarussell, das munter seine Runden dreht. Wer beim Gedanken an einen anstehenden Krankenhausaufenthalt Ängste erlebt, ist damit nicht allein.
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) aus dem Jahr 2025 leidet etwa jeder Vierte in Deutschland unter Krankenhausangst. Teilgenommen hatten insgesamt 1879 Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren.
Die Gründe für die Angst vor Operationen und dem Krankenhaus sind vielfältig. Für manche ist es die Sorge vor Komplikationen. Andere fühlen sich unwohl beim Gedanken an eine Vollnarkose. Und wieder andere fürchten einen Eingriff in ihre Intimsphäre – und haben etwa Sorge davor, in den ersten Tagen nach der OP nicht selbstständig auf die Toilette gehen zu können. »Viele Patienten haben bereits negative Erfahrungen gemacht und fürchten, dass sich diese wiederholen«, sagt Michael Volland. Er leitet die Projektgruppe »Angstfreies Krankenhaus« an der Klinik Waldfriede in Berlin.
Aber nicht immer hat die Vergangenheit ihre Finger im Spiel. »Auch wenn man im Alltag nicht von Ängsten belastet ist, kann ein Krankenhausaufenthalt knifflig werden, weil man einen Teil der Kontrolle abgeben muss«, sagt Professor Dr. Dirk Wedekind. Er ist Oberarzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen. »Oft sind es Erwartungsbefürchtungen, das Gefühl, ein Stück macht- und ratlos zu sein, die zur Angst führen.«
Manchmal kann schon ein Perspektivwechsel auf die Angst guttun: Denn sie zeigt erst einmal nur an, dass eine besondere Situation vor einem liegt, der man sich stellen muss. Oft warten auf der anderen Seite, wenn etwa die Operation überstanden ist, Erleichterung und Stolz.
Ob in Form von Panikattacken oder schweren Schlafstörungen: Nehme die Angst vor dem Krankenhaus überhand, werde sie nicht nur zur enormen Belastung für Patientinnen und Patienten, sondern könne im Extremfall auch Auswirkungen auf den Erkrankungsverlauf und die Prognose haben, so Wedekind. Nicht zuletzt sorgen starke Ängste auch immer wieder dafür, dass Patienten wichtige Operationstermine absagen.
Wer also merkt, dass ein anstehender Klinikaufenthalt enorme Ängste auslöst, sollte sich am besten rechtzeitig um psychotherapeutische Unterstützung kümmern. Was kann man noch tun?