Herzrasen, Schweißausbrüche, Übelkeit: Was hilft, wenn Nichtfliegen keine Option ist? / © Shutterstock/New Africa
Schon am Flughafen, spätestens aber im Flieger, meldet sich die Panik. Von Flugangst sind laut Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (BCRT) viele Menschen betroffen. Oft steckt dahinter mehr als nur die Angst vor einem Absturz.
Nun könnte man sagen, wer Flugangst hat, fliegt eben nicht. Doch nicht immer lässt es sich vermeiden, etwa wenn man aus beruflichen Gründen fliegen muss oder eine Familienreise ansteht, die bereits gebucht ist. Das BCRT rät davon ab, die Flugangst bis zum Abflug zu verdrängen. Stattdessen sollten Betroffene sich mit ihr auseinandersetzen, um sie behandeln zu können. Das heißt: erst einmal verstehen, wo sie überhaupt herkommt und worauf genau sie sich bezieht.
Denn das ist individuell und oft komplex. Manche fürchten sich vor einem Absturz, andere fühlen sich unwohl damit, dem Flugzeug ausgeliefert zu sein und nicht entkommen zu können. Auch Klaustrophobie und Höhenangst können eine Rolle spielen.
Auslöser einer Flugangst können eigene negative Erfahrungen, Medienberichte oder Erzählungen anderer sein. Bei manchen Menschen liegt hingegen eine generelle Angststörung vor, die sich in der Flugsituation auf diese überträgt, so das BCRT. Hinter der Flugangst können auch persönliche Belastungen wie Stress oder Beziehungskrisen stecken, wodurch Betroffenen ein Gefühl von innerer Sicherheit fehlt. Das kann sich im Flugzeug so zuspitzen, dass es etwa zu einer Panikattacke kommt.
Die Behandlungsmöglichkeiten der Flugangst richten sich nach der jeweiligen individuellen Diagnostik. Manchen kann es helfen, mehr über die Abläufe und die Technik des Fliegens zu lernen und sich bewusst mit dem Fliegen zu konfrontieren. Diesen Ansatz nennt man auch Exposition. Verschiedene Anbieter, etwa Fluggesellschaften oder spezielle Agenturen, bieten Flugangst-Seminare an. Teilweise wird dabei auch mit virtueller Realität gearbeitet, um Flugsituationen zu simulieren.