Pharmazeutische Zeitung online
Wirkung vor Ort

Mit Nasensprays wieder frei durchatmen

Bei lokaler Anwendung sind systemische Nebenwirkungen von α-Sym­pathomimetika bei Erwachsenen nicht zu befürchten. Auch Schwangere mit Erkältungsschnupfen können abschwellende Nasentropfen ohne Bedenken bis maximal eine Woche anwenden. Bei Säuglingen allerdings ist die Anwendung topischer α-Sympatho­mimetika selbst in niedrigen Dosierungen umstritten, da systemische Nebenwirkungen nicht sicher auszuschließen sind. Als Ersatz können für Babys stattdessen isotonische Kochsalz- oder Meersalzlösung empfohlen werden (wie Rhinomer® babysanft).

Mittlerweile gibt es zahlreiche abschwellende Nasesprays und -tropfen im Handel, die ohne Konservierungsstoffe auskommen. Das ist von Vorteil, da diese Substanzen die Schleimhäute austrocknen und die Bewegung der Flimmerhärchen in der Nase hemmen können.

Konservierende Inhaltsstoffe und dabei vor allem Benzalkoniumchlorid stehen bereits seit Jahren in der Kritik. Benzalkoniumchlorid hat ein deutliches allergenes und auch zytotoxisches Potenzial. Präklinische Daten zeigten sowohl in vitro als auch in vivo, dass es konzentrations- und zeitabhängig die Zellmorphologie der Mukosa schädigt und die Zilienschlagfrequenz bis hin zum irreversiblen Stillstand hemmt.

Oral kommen gegen die Schnupfenbeschwerden die Sympathomimetika Pseudoephedrin und Phenylephrin zum Einsatz. Sie sind zusammen mit einem fiebersenkenden Arzneistoff oder einem Antihistaminikum in vielen Schnupfen- oder Erkältungsmitteln enthalten (wie Aspirin® sinucomplex, Boxagrippal®, Geloprosed®, Wick® DayNait). Die systemisch wirkenden Sympathomimetika sind dabei etwa gleich wirksam wie die lokalen verwandten Substanzen Xylometazolin oder Oxymetazolin in Nasensprays. Die Behandlungsdauer beträgt bei akutem Schnupfen drei bis fünf Tage. Von Nachteil sind mögliche systemische Nebenwirkungen wie Blutdrucksteigerung oder eine leichte Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Das kommt vor allem bei überhöhten Dosen zum Tragen. Die Präparate sind bei älteren Erwachsenen mit Vorerkrankungen, bei Kindern unter zwölf Jahren, Schwangeren und Stillenden kontraindiziert.

Mehr von Avoxa