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Impfstoffe

Mit Adjuvanzien das Immunsystem auf Trab bringen

Zum Schluss betonte Winckler noch einmal die Vorteile von Adjuvanzien. Es sei gut belegt, dass die Impfantwort bei besonderen Bevölkerungsgruppen wie älteren Menschen und immunsupprimierten Personen verbessern. Durch die Nutzung von Adjuvanzien könne die Menge an Impfantigen pro Impfdosis verringert werden. Das verbessert nicht nur die Verträglichkeit und reduziert die Produktionskosten, sondern ermöglicht so auch die Impfung von mehr Menschen bei gleicher Produktionsmenge.

»Adjuvanzien verringern auch nicht die Sicherheit von Impfstoffen«, betonte Winckler. Die Höchstmenge an Aluminium pro Impfdosis sei durch das Europäische Arzneibuch begrenzt, die meisten Hersteller lägen sogar weit unter der erlaubten Höchstmenge. Studien hätten gezeigt, dass der Aluminium-Spiegel im Blut nach Impfungen nicht beeinflusst wurde. Die verimpften Aluminium-Mengen seien vernachlässigbar, auch im Vergleich zur Menge, die wir über die Umwelt oder Nahrungsmittel aufnehmen, und eine toxische Akkumulation nicht zu befürchten.

Beim Grippepandemie-Impfstoff Pandemrix war damals das Adjuvans AS03 unter Verdacht geraten, Auslöser für die beobachteten, sehr seltenen Nebenwirkungen wie Narkolepsie zu sein. Das ließ sich wissenschaftlich nicht bestätigen. Winckler äußerte sich optimistisch, dass wir demnächst gut funktionierende, sichere Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 und die Covid-19-Erkrankung haben werden. Allerdings plädierte er dafür, die Zulassungen nicht zu überstürzen und wie sonst auch üblich erst genügend Daten zu sammeln und die Phase-III-Studien abzuschließen. »Bis Ende nächsten Jahres sollten wir besser die AHA-Regeln mit ihren Zusätzen ausnutzen.«

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