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Neues Gematik-Portal

Mehr Transparenz zum Stand der E-Rezept-Software

Im Zuge der verlängerten Testphase des E-Rezepts hat die Gematik alle an der Umsetzung beteiligten Leistungserbringer zu mehr Transparenz verpflichtet. Ab sofort zeigt ein neues Portal den aktuellen Stand der Software-Anbieter bei der TI-Anbindung und der Umsetzung der elektronischen Verordnung.
Ev Tebroke
10.03.2022  17:30 Uhr

Nach dem Dashboard kommt der TI-Score: Ein neues Portal der Gematik informiert ab sofort über den Stand der Softwareanbieter bei der Anbindung der Praxen und Krankenhäuser an die Telematik-Infrastruktur. Wie die Gematik heute mitteilte, bietet das Portal TI-Score einen laufend aktualisierten Überblick darüber, wo die Software-Anbieter bei der Einführung des E-Rezepts in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie in Krankenhäusern aktuell stehen. Die Apothekenverwaltungssysteme sollen in den nächsten Tagen folgen.

Anhand definierter Merkmale soll die Online-Übersicht einen Eindruck vermitteln, wie weit die Softwareanbieter jeweils bei der Umsetzung sind, um aufzuzeigen, wann diese E-Rezept-ready sind. Für die Übersicht hat die Gematik nach eigenen Angaben die Softwareanbieter kontaktiert und den aktuellen Stand abgefragt. Das Portal soll laufend aktualisiert werden, je nach Rückmeldung der Softwareanbieter. Daher bittet die Gematik alle Anbieter, regelmäßig Informationen bereitzustellen und bei Updates entsprechend zu informieren. »Je mehr Hersteller sich beteiligen, desto größer ist die Transparenz und der Benefit für (Zahnarzt-)Praxen, Apotheken und Krankenhäuser«, so die Gematik.

BMG drängte auf mehr Transparenz

Mit dem neuen Portal und dem bereits laufenden TI-Dashboard, über das der Stand der bereits verarbeiteten E-Rezepte eingesehen werden kann, folgt die Gematik einem Beschluss ihrer Gesellschafter. Insbesondere das Bundesgesundheitsministerium (BMG), das mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter ist, hatte nach der schleppenden Testphase und der daraufhin verschobenen E-Rezept-Einführung auf mehr Transparenz zum Stand der E-Rezept-Umsetzung gedrängt.

Grundsätzlich können seit Dezember 2021 alle Softwareanbieter an der erweiterten E-Rezept-Testphase teilnehmen. Da die Hersteller von Praxisverwaltungssystemen (PVS) zunächst meist Pilotpraxen auswählen, um das E-Rezept zu testen, bevor sie alle Praxen technisch ausstatten, rät die Gematik der Ärzteschaft dazu, zunächst zu prüfen, ob ihr PVS-Anbieter bereits das erforderliche Update anbietet. Dabei soll das Gematik-Portal eine wichtige Hilfestellung leisten.

Um sich auf das E-Rezept vorzubereiten, seien dann auch lokale Partnerschaften sinnvoll: Wer E-Rezepte ausstellen könne, solle am besten Apotheken in der Nachbarschaft ansprechen, »um die E-Rezept-Funktionen gemeinsam zu erproben und so schrittweise aufs E-Rezept umzusteigen«, rät die Gematik.

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