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Gender Pain Gap
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Mehr als ein reines Frauenproblem

Frauen warten häufig länger auf Diagnosen, erhalten mitunter andere Therapien als Männer und ihre Beschwerden werden öfter psychischen Ursachen zugeschrieben. Gründe für den sogenannten Gender Pain Gap und warum auch Männer betroffen sind, nennen zwei Expertinnen im Gespräch mit der PZ.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 22.05.2026  18:00 Uhr

Mehr Gendermedizin in Aus- und Fortbildung nötig

Was muss sich in Ausbildung und Fortbildung ändern, um den Gender Pain Gap zu reduzieren? Iblher erklärt: »Die Gendermedizin soll durch die Novellierung der ärztlichen Approbationsordnung als verbindliches Lehr- und Prüfungsfach in das bundesweite Kerncurriculum für Humanmedizin aufgenommen werden – das trägt zur Sensibilisierung innerhalb der Ärzteschaft bei und mündet hoffentlich in mehr gendergerechte Forschung und gendergerechte Medizin.«

Sorgen machen der Ärztin allerdings die geplanten Reformen im Gesundheitssystem – die grundsätzlich nachvollziehbar und notwendig seien –, aber nicht zerstören sollten, »was wir schon mühsam an gleichberechtigter und gendergerechter Medizin erreicht haben.«

Pfleiderer plädiert zudem für interprofessionelle Ausbildungsformate zwischen Medizin, Pharmazie und Pflege. »Um den Gender Pain Gap nachhaltig zu verringern, sollten geschlechterabhängige Unterschiede in Schmerzphysiologie, Krankheitsmanifestation und Therapieansprechen in der pharmazeutischen Lehre und Fortbildung verpflichtend, systematisch und evidenzbasiert verankert werden. Ebenso sollte die Rolle von Geschlechterstereotypen im klinischen Entscheidungsverhalten thematisiert werden«, fordert die Expertin.

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