| Daniela Hüttemann |
| 24.06.2026 13:30 Uhr |
Eine akute Hepatitis C verläuft oft völlig unbemerkt. Treten doch Symptome auf, ähneln sie einem grippalen Infekt. Möglich sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. / © Adobe Stock/mi_viri
Abbvie hat von der EU-Kommission eine Zulassungserweiterung für das Präparat Maviret erhalten. Es darf ab sofort auch bei akuten Hepatitis-C-Infektionen eingesetzt werden, sobald die Infektion bestätigt ist. Das gilt für Erwachsene und auch Kinder ab drei Jahren. Es enthält den NS3/4A-Proteaseinhibitor Glecaprevir und den NS5A-Inhibitor Pibrentasvir.
»Ziel ist es, Verzögerungen in der Versorgung zu reduzieren, Transmissionen zu verhindern und das Risiko einer Progression der Lebererkrankung bis hin zu Zirrhose und Leberkrebs zu senken«, so Abbvie in einer Pressemitteilung. Damit sei es die einzige in der EU zugelassene Therapie zur Behandlung sowohl einer akuten als auch einer chronischen Hepatitis-C-Infektion. »Da in Deutschland mehr als 165.000 Menschen mit einer Hepatitis-C-Infektion leben, besteht weiterhin ein erheblicher Bedarf, Betroffene frühzeitig zu identifizieren und zu behandeln«, betonte Johannes Hülsenbeck, Head of Medical Neuroscience/Specialty Care bei Abbvie Deutschland.
Eine Hepatitis-C-Infektion verläuft oft symptomlos, was die Erkennung und frühzeitige Behandlung schwierig macht. Bei etwa 20 bis 40 von 100 Menschen heilt eine akute Infektion von allein aus und hat keine Folgen, informiert das Portal Gesundheitsinformation.de. Bei Menschen mit guter Chance auf Ausheilung und ohne Risikofaktoren für eine Verbreitung könne zunächst abgewartet werden. Sinke die Viruslast jedoch nicht innerhalb von vier Wochen deutlich, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Hepatitis C chronisch wird. Dann wird eine Behandlung empfohlen, denn eine chronische Hepatitis C hat kaum Selbstheilungstendenzen und kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Von einer chronischen Infektion spricht man ab sechs Monaten.