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Abgabe von Schutzmasken

Masken-Voucher kommen erst im Laufe des Monats

Ab Donnerstag müssen Risikopatienten in der Apotheke einen Gutschein ihrer Krankenkasse vorlegen, wenn sie ihren Anspruch auf kostenlose Atemschutzmasken geltend machen wollen. Erst Anfang der Woche allerdings hat die Bundesdruckerei damit begonnen, die Voucher an die Versicherer zu verschicken. Damit dürften die wenigsten Gutscheine rechtzeitig bei den Patienten eintreffen.
Stephanie Schersch
05.01.2021  10:28 Uhr

Direkt vor dem Jahreswechsel hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Nerven der Apotheker auf eine harte Probe gestellt. Recht kurzfristig hatte er eine Verordnung erlassen, die rund 27 Millionen Deutschen ab Mitte Dezember Anspruch auf kostenlose Atemschutzmasken zusprach. Doch was im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eigentlich ein sinnvoller Ansatz ist, hatte in den Apotheken mitunter für chaotische Zustände gesorgt. So waren nicht nur Lieferschwierigkeiten bei den Masken ein Problem. Vielmehr mussten die Apotheker auch selbst prüfen, ob ein Kunde überhaupt zum Kreis der Anspruchsberechtigten zählt.

Anfang Januar hat nun die zweite Ausgabewelle begonnen, in der alles geregelter ablaufen soll. So sollen Krankenkassen und Privatversicherer ihren Risikopatienten Gutscheine zuschicken, mit denen sie insgesamt zwölf Masken in der Apotheke abholen können. Bis zum morgigen 6. Januar gilt eine Übergangsfrist, dann sind die Voucher in der Apotheke Pflicht. Allerdings dürften nur wenige Patienten bis dahin einen Gutschein bekommen. Hintergrund ist neben dem knappen Zeitrahmen der Verordnung das recht aufwendige Herstellungsverfahren der Voucher als fälschungssichere Dokumente. Diese Aufgabe hat die Bundesdruckerei übernommen, die nun Anfang der Woche mit dem Gutscheinversand an Krankenkassen und Privatversicherer begonnen hat. Das hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) am Montag über Twitter bekanntgegeben. »Im Laufe des Januars werden die fälschungssicheren Coupons an die Berechtigten verschickt«, so das BMG.

Zeitplan nicht gehalten

Der ursprünglich gesetzte Zeitplan kann damit kaum noch gehalten werden. Schließlich müssen auch die Kassen die Berechtigungsscheine zusammen mit einem Anschreiben an ihre Versicherten per Post auf den Weg bringen. Je zwei Voucher sollen die Betroffenen bekommen, mit denen sie in genau festgelegten Zeiträumen jeweils ein Set mit sechs Masken beziehen können: Zwischen dem 1. Januar und 28. Februar sowie zwischen dem 16. Februar und 15. April. Zwar bleibt den Versicherten damit ausreichend Zeit, die Gutscheine einzulösen, selbst wenn diese erst im Laufe der nächsten Tage bei ihnen eintreffen werden. Dennoch dürften in vielen Apotheken Diskussionen entstehen, wenn Patienten vorübergehend keine Möglichkeit haben, ihren Anspruch auf die Masken geltend zu machen.

Dass es mit dem rechtzeitigen Versand der Berechtigungsscheine knapp werden könnte, hatte sich bereits im Dezember abgezeichnet. So waren im Kassenlager kritische Stimmen zu hören gewesen, die den Zeitrahmen als zu knapp bezeichnet hatten. Wenn die Voucher bei den Versicherungen eintreffen, soll es nun ganz schnell gehen. »Die Krankenkassen stehen in den Startlöchern, um ihren Versicherten die Gutscheine für die FFP2-Masken zuzusenden, sobald sie diese von der Bundesdruckerei erhalten haben«, sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbands, auf Nachfrage der PZ. Ganz ähnlich äußerte sich die AOK Baden-Württemberg. Etwas zurückhaltender zeigte sich der Verband der Privaten Krankenversicherung. »Der Versand soll nach Möglichkeit noch im Januar 2021 beginnen«, hieß es dort. 

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