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ABDA-Talk zum VOASG

Maag: »Wir müssen jetzt zu Potte kommen«

Wie steht es mit dem Apotheken-Stärkungsgesetz? Was ist mit der Botendienst-Vergütung? Im Anschluss an die heutige Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags gab Karin Maag (CDU), Gesundheitsexpertin der Union, eine erste Einschätzung im ABDA-Live-Talk mit DAV-Chef Fritz Becker.
Ev Tebroke
16.09.2020  19:52 Uhr

Botendienst-Honorar, Pharmazeutische Dienstleistungen, Gleichpreisigkeit im Rx-Markt: Das waren nur vier von zahlreichen Themen, die heute im ABDA-Live-Talk zur Sprache kamen. Zum Auftakt der neuen ABDA-Reihe «Lass uns reden« diskutierten die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karin Maag, und der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Fritz Becker, über den Stand des Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetzes (VOASG) – und zwar direkt im Anschluss an die heutige Anhörung zum VOASG im Gesundheitsausschuss des Bundestags.

Maag zufolge gab es von vielen Seiten deutlichen Gegenwind gegen den Entwurf – insbesondere auch vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).  Becker zeigte sich enttäuscht, dass die GKV gegen das Gesetz mauert. »Wir haben nicht zuletzt auch im Rahmen der Pandemie die Patienten optimal versorgt.« Es sei traurig, dass die Kassen durch ihre Verweigerungshaltung beim Gesetz die Existenz der Vor-Ort-Apotheken infrage stellten. Was die noch ausstehende Einschätzung der EU-Kommission zum VOASG betrifft, so sagte Maag: »Ich habe Signale, dass es läuft.« Es gebe zwar noch keine endgültige Bestätigung. Aber: »Wir müssen jetzt auch mal zu Potte kommen.« Sie gehe zudem davon aus, dass es kein EU-Notifizierungsverfahren geben wird.

Mit dem VOASG sollen die Vor-Ort-Apotheken zumindest im erstattungsfähigen GKV-Bereich mit den EU-Versandapotheken wieder wettbewerblich gleichgestellt werden. Denn seit dem EuGH-Urteil von 2016 können die EU-Versender den Kunden hierzulande Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente geben, für deutsche Apotheken gilt nach wie vor die Preisbindung. Das VOASG will die Preisbindung über das Sozialrecht für den GKV-Markt festschreiben und Boni damit künftig verbieten. Damit wäre die Gleichpreisigkeit für 90 Prozent des Markts gewährleistet. Die Apotheker und ebenso die Privatversicherer fordern grundsätzlich aber einheitliche Preise auch für Privatversicherte und Selbstzahler. Hier nahm Maag die Apotheker in die Pflicht: Sie zeigte sich enttäuscht, dass die Apotheker selbst anscheinend keine Lösungen für die Einbeziehung der PKV anbieten können. Kollege Michael Hennrich, Arzneimittelexperte der CDU, habe die Apotheker in der Anhörung direkt nach einem Vorschlag gefragt. Deren Antwort war demnach, das wüssten andere besser. »Das finde ich etwas wenig«, kritisierte Maag.

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