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Verhütungspille Zoely

Lieferengpass bis Ende Juni

Die Verhütungspille Zoely® von MSD Sharp & Dohme ist derzeit aufgrund technischer Probleme nicht lieferbar. Wie der Hersteller informierte, liegt das auch an den Vorgaben zum Fälschungsschutz. Ende Juni soll das Präparat wieder verfügbar sein.
Ev Tebroke
31.05.2019  12:00 Uhr

Derzeit gibt es für die Verhütungspille Zoely Lieferverzögerungen. Wie MSD Sharp & Dohme nun informierte, sind diese rein technischen Ursprungs. Neben Kapazitätsengpässen bei der Herstellung sind demnach auch Verzögerungen bei der Umstellung des Verpackungsprozesses gemäß der neuen EU Fälschungsschutzrichtlinie verantwortlich für die Lieferprobleme. Laut MSD soll der Engpass voraussichtlich Ende Juni, sprich Ende der 26. Kalenderwoche 2019, beendet und das Medikament wieder auf Lager sein.

Die EU-Richtlinie, die am 9. Februar 2019 in Deutschland in Kraft trat, verpflichtet Hersteller zum Aufbringen von Sicherheitsmerkmalen auf den Umverpackungen, um per end-to-end-Verifikation die Echtheit der Arzneimittel zu garantieren. Hierzulande steht die Initiative Securpharm für die Umsetzung der EU-Vorgabe, die das Einschleusen von gefälschten Medikamenten in die legale Vertriebskette verhindern soll.

Nach Herstellerangaben gibt es derzeit kein Ersatzprodukt, das als Alternative für Zoely dienen könnte. Das kombinierte orale Kontrazeptivum enthält je Tablette 1.5 mg 17β-Estradiol, welches strukturell identisch zum endogen produzierten Östrogen ist sowie 2,5 mg Nomegestrolacetat, ein hoch selektives, von Progesteron abgeleitetes Gestagen. »Ein äquivalenter Ersatz zur Empfehlung existiert aktuell leider nicht«, teilte MSD mit. Bei Wunsch einer Patientin nach hormoneller Verhütung obliege es dem behandelnden Gynäkologen nach ärztlichem Ermessen und eingehender Beratung, ein (kombiniertes) hormonelles Kontrazeptivum zu verordnen.

 

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