Pharmazeutische Zeitung online
Rosacea

Leitlinie bekommt ein Upgrade

Die Leitlinie zur Hautkrankheit Rosacea liegt in einer neuen Version vor. Neben der topischen und auch systemischen Behandlung mit verschiedenen Arzneistoffklassen stehen auch allgemeine und psychosoziale Aspekte mehr im Fokus.
Christiane Berg
15.02.2022  18:00 Uhr

Seit Kurzem ist das Upgrade der S2k-Leitlinie Rosazea online zu finden. Gleichermaßen haben die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) eine Kurzpräsentation veröffentlicht. 

Zur ausschließlich symptomatischen Behandlung der Rosacea mit persistierenden Erythemen in der Gesichtsmitte (Rosacea erythematosa) wird der topische Vasokonstriktor Brimonidin (0,33-prozentiges Gel) empfohlen. Zudem kann off Label der topische Vasokonstriktor Oxymetazolin (1-prozentige Creme) zum Einsatz kommen. Gefäßverengend, entzündungshemmend oder antimikrobiell: Gleichermaßen, so die beteiligten Experten mit hundertprozentigem Konsens, haben in der topischen Behandlung der Rosacea Metronidazol, Azelainsäure und Ivermectin ihre Berechtigung.

Kann bei therapieresistenten sowie bei schweren Formen der Rosacea papulopustulosa eine systemische Therapie unumgänglich werden, sei dann niedrig dosiertes Doxycyclin Mittel der Wahl. Des Weiteren seien niedrig dosiertes Isotretinoin (0,1 bis 0,3mg / kg KG) sowie in der systemischen Therapie des persistierenden Erythems und der Flush-Symptomatik Carvedilol zu erwägen.

In der Kombinationstherapie anderer, jedoch gleichermaßen schwerer, therapieresistenter Erscheinungsformen der Rosacea und hier zum Beispiel Rosacea conglobata oder fulminans kann der Einsatz einer Kombination von niedrig dosiertem Doxycyclin mit topischem Ivermectin oder aber topischem Metronidazol beziehungsweise topischer Azelainsäure ins Auge gefasst werden.

Bei Patienten mit Rosacea-bedingten Teleangiektasien und Erythemen ist als ergänzende Therapieoption oder Therapiealternative eine Lasertherapie oder aber eine Therapie mit einer intensiven gepulsten Lichtquelle (IPL) in Betracht zu ziehen. Zur Behandlung eines Rhinophyms können sich die ablative Lasertherapie mit CO2- oder Er:YAG-Laser beziehungsweise die operative Korrektur von Phymen mittels Dermabrasion oder Dermashaving als sinnvoll erweisen.

Mehr von Avoxa