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Rosacea
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Leitlinie bekommt ein Upgrade

Die Leitlinie zur Hautkrankheit Rosacea liegt in einer neuen Version vor. Neben der topischen und auch systemischen Behandlung mit verschiedenen Arzneistoffklassen stehen auch allgemeine und psychosoziale Aspekte mehr im Fokus.
AutorKontaktChristiane Berg
Datum 15.02.2022  18:00 Uhr

Auch die Augen können betroffen sein

Die Indikation zur Therapie der okulären Rosazea wird zumeist ohne Bezug zur Hautbeteiligung, jedoch abhängig vom Grad der Ausprägung getroffen, so die beteiligten Spezialisten und Fachgesellschaften weiter. Gegebenenfalls könnten zur topischen Behandlung der entzündlichen Veränderungen der Augenoberfläche Ciclosporin- Augentropfen (antiinflammatorisch) und Azithromycin angezeigt sein.

Auch könne sich topisches Ivermectin oder Metronidazol bei Applikation auf die Lider als beschwerdelindernd erweisen. In schweren Fällen könne auch hier die systemische Gabe von Doxycyclin oder Azithromycin sowie anderer Makroliden notwendig werden.

Die Lebensqualität muss stimmen

Ob Haut oder Augen: Immer seien psychosoziale Aspekte der Rosacea wie Einschränkung der Lebensqualität, Depressionen und Angst sowie insbesondere soziale Phobien und Stigmatisierungsgefühle zu berücksichtigen und als Behandlungsindikation für die Rosazea mit einzubeziehen.

Stichwort »allgemeine Maßnahmen«: Es gilt, Haut und Augen vor UV Exposition zu schützen – einerseits durch Meiden der direkten Sonne, andererseits durch Tragen von Kopfbedeckungen und Sonnenbrillen sowie Anwendung von Breitspektrum-Sonnenschutzmitteln, die sowohl vor UV-A- als auch UV-B-Strahlen schützen. Auch Lebensmittel wie beispielsweise Alkohol oder scharfe und heiße Speisen beziehungsweise Getränke, die zu einer Gefäßerweiterung führen können, sind zu umgehen. Gleiches gelte für Hitze und starke Kälte.

Für den Therapieerfolg gleichermaßen bedeutsam sei die schonende Reinigung der Haut mit lauwarmem Wasser oder pH-hautneutralen Syndets mit anschließendem Trockentupfen. Unbedingt seien bei der Reinigung Irritations- und Provokationsfaktoren wie starkes Reiben, Peelings und durchblutungsfördernde oder adstringierende Stoffe zu meiden. Zu bevorzugen seien leichte und hydrophile sowie keinesfalls reizende Hautpflegepräparate und (dekorative) Kosmetika, wobei zu berücksichtigen sei, dass gerade Letztere hilfreich sein können, da sie zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen können.

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