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Lehren aus der SARS-CoV-2-Epidemie auf der »Diamond Princess«

Mizumoto und  Gerardo Chowell publizierten zudem in der Zeitschrift »Infectious Disease Modelling«, wie wirksam die strengen Quarantänemaßnahmen, die den Passagieren der »Diamond Princess« verordnet wurden, die Virusverbreitung einzudämmen vermochten. Denn ab dem 5. Februar hatten sich die Passagiere des Schiffes für mehr als zwei Wochen ausschließlich in ihren Kabinen aufzuhalten.

Vor Anordnung dieser strikten Quarantäne hatte eine Person durchschnittlich mehr als sieben andere Passagiere infiziert. Das ist eine sehr hohe Infektionsrate, die wahrscheinlich dem Umstand geschuldet ist, dass die Menschen auf dem Schiff auf sehr engen Raum lebten, und für eine Normalsituation nicht realistisch ist. Nach Anordnung der Quarantäne fiel die Infektionsrate teilweise sogar unter eins. Das deutet an, dass eine Quarantäne eine sehr wirksame Maßnahme ist, die jedoch im Falle der Situation auf der »Diamond Princess« nicht optimal war, da die meisten Passagiere in Doppelkabinen untergebracht waren. Dies führte dazu, dass ein Infizierter fast regelmäßig seinen Zimmergenossen ansteckte.

All dies sind wichtige Erkenntnisse, aus denen jedoch die richtigen Schlüsse zu ziehen sind. Denn schließlich spielt sich die Corona-Pandemie in der Realität nicht auf einem Schiff ab.

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