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Metastasierter Brustkrebs

Länger überleben mit Talazoparib

Für Patienten mit fortgeschrittenem Brustkrebs sind PARP-Inhibitoren eine Option. Das gilt jedoch nur, wenn sie eine bestimmte Keimbahnmutation haben. Nach Olaparib ist mit Talazoparib seit Juni ein weiterer Vertreter dieser Stoffgruppe für Brustkrebs-Patienten auf dem Markt.
Brigitte M. Gensthaler
01.07.2020  08:00 Uhr

Talazoparib (Talzenna® 0,25 und 1 mg Hartkapseln, Pfizer) ist wie Olaparib (Lynparza) zur Monotherapie für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn zugelassen, die ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom haben. Sie sollten zuvor möglichst eine Therapie mit einem Anthracyclin und/oder einem Taxan bekommen haben, Patienten mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs außerdem eine endokrine Therapie.

Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 1 mg Talazoparib peroral. Die Patienten können die Kapseln unabhängig von den Mahlzeiten im Ganzen schlucken und sollten sie nicht öffnen oder auflösen. Die Therapie wird bis zur Progression des Tumors oder bis zum Auftreten inakzeptabler Nebenwirkungen fortgeführt. Bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen kann die Therapie unterbrochen oder die Tagesdosis reduziert werden (Tabelle in der Fachinformation). Bei leichter Nieren- oder Leberinsuffizienz sowie bei Älteren ist keine Dosisanpassung erforderlich. Talazoparib wird hauptsächlich unverändert renal ausgeschieden.

Wirksamer als Chemotherapie

Talazoparib ist ein Inhibitor der humanen Poly-ADP-Ribose-Polymerasen PARP-1 und -2. Diese Enzyme sorgen für die Reparatur von DNA-Einzelstrangbrüchen. Da ein alternativer DNA-Reparaturweg in Krebszellen mit mutierten BRCA-Genen nicht mehr richtig funktioniert, werden DNA-Reparatur, -Replikation und -Transkription verhindert, wenn PARP-Enzyme blockiert sind. In der Folge sterben die Tumorzellen ab. Daher ist vor der Anwendung eines PARP-Inhibitors ein genomischer Test zur Bestimmung von Keimbahnmutationen im BRCA-Gen (germline BRCA-mutated: gBRCAm) in Patientenzellen erforderlich.

In der offenen, randomisierten, multizentrischen Phase-III-Studie EMBRACA, die 2018 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, bekamen 431 Frauen mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs und Keimbahnmutation im BRCA-Gen randomisiert im Verhältnis 2:1 entweder peroral 1 mg Talazoparib pro Tag (n = 287) oder eine Chemotherapie mit Capecitabin, Eribulin, Gemcitabin oder Vinorelbin (n = 144). Die Behandlung wurde bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität fortgesetzt. Primärer Endpunkt war das mediane progressionsfreie Überleben. Dieses PFS war signifikant länger in der Talazoparib-Gruppe als unter Standardtherapie (8,6 versus 5,6 Monate). Auch die objektive Ansprechrate (ORR) war höher (62,6 versus 27,2 Prozent) und 5,5 Prozent der Frauen erreichten sogar eine Komplettremission unter Talazoparib. Die Dauer des Ansprechens lag median bei 5,4 und 3,1 Monaten.

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