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Tierstudie

Krebsrisiko durch Gentherapie?

Eine unspezifische Integration von therapeutischen Genen in das Erbgut des Patienten ist mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden und galt lange Zeit als Hindernis für die Gentherapie. Dieses glaubte man mit der Verwendung von Adeno-assoziierte Viren als Vektoren (AAV) überwunden zu haben. Nun zeigen aber neue Daten, dass auch mit AAV eine Integration stattfinden kann.
Annette Mende
08.01.2020
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AAV werden in der Gentherapie als Vektoren verwendet, weil die von ihnen transportierte DNA nur sehr selten in das Genom der Zielzelle integriert wird. Sie liegt stattdessen zumeist als kleiner DNA-Ring (Episom) frei im Zellkern vor. Eine Integration ins Erbgut muss vermieden werden, denn wo sie stattfindet, lässt sich momentan nicht vorhersagen. Bei einer ungerichteten Integration können intakte Gene, beispielsweise Tumorsuppressorgene, zerstört werden. Diese Befürchtung ist nicht unbegründet – erste gentherapeutische Ansätze mit anderen Vektoren mussten abgebrochen werden, weil die behandelten Kinder an Leukämie erkrankten.

Weil AAV zur Integration ihrer DNA auf ein Helfervirus angewiesen sind, ist diese Gefahr bei ihnen deutlich geringer. Mit Onasemnogen Abeparvovec (Zolgensma™) ist ein Gentherapeutikum, das ein AAV als Vektor verwendet, in den USA bereits zugelassen und in Europa im Zulassungsverfahren. Zu Valoctocogen roxaparvovec, einem noch nicht zugelassenen AAV-haltigen Gentherapeutikum zur Behandlung von Patienten mit Hämophilie A, wurden gerade erst positive Drei-Jahres-Daten veröffentlicht.

Eine Studie, die im Dezember beim Jahrestreffen der US-amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie ASH vorgestellt wurde, heizt jetzt jedoch die nie ganz verstummte Diskussion um die Sicherheit der Gentherapie neu an. Dr. Denise Sabatino, die an der University of Pennsylvania in Philadelphia eine Arbeitsgruppe leitet, stellte die Ergebnisse der Untersuchungen von Hunden vor, die bis zu zehn Jahre zuvor mit einer AAV-basierten Gentherapie gegen Hämophilie A behandelt worden waren. Bei sieben von neun dieser Hunde führte die Behandlung zu einer stabilen Expression des Blutgerinnungsfaktors VIII, der den Tieren zuvor gefehlt hatte. Bei zwei Hunden stiegen die Faktor-VIII-Spiegel jedoch nach drei Jahren weiter an und erreichten sieben bis acht Jahre nach der Therapie das Vierfache des Ausgangswerts.

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