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Abbau von Regulierungen 
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Koalition plant große Entlastung bei Bürokratie

Seit Jahren wird über die überbordende deutsche Bürokratie geklagt. Am heutigen Mittwoch will die Bundesregierung ein großes Entlastungspaket auf den Weg bringen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Gesundheitswesen. 
AutorKontaktdpa
Datum 15.07.2026  11:15 Uhr

Nicht strenger sein als von Brüssel gefordert

Die Regierung will zudem die Tradition beenden, EU-Richtlinien in Deutschland noch strenger und bürokratischer umzusetzen als gefordert. Neue Regelungen sollen eins zu eins in nationales Recht überführt und bestehende Gesetze, wie etwa im Energiebereich, auf das geforderte EU-Minimum zurückgebaut werden.

Vertreter der Wirtschaft lobten die Bemühungen zur Entbürokratisierung, warnten aber davor, dass das Vorgehen nicht konsequent genug sei. Bei den Unternehmen komme mehr Bürokratie dazu als abgebaut werde. »Der Handlungsdruck ist enorm«, sagte Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Das Entlastungskabinett könne der Startschuss für die lange erhoffte Bürokratiewende sein, wenn den Ankündigungen jetzt Taten folgten. »Beim Bürokratieabbau ist in der Vergangenheit zu viel versprochen und zu wenig umgesetzt worden.«

FDP mahnt zum Bürokratieabbau 

Vor den Beratungen des Bundeskabinetts über weiteren Bürokratieabbau hat auch die FDP mehr Tempo auf diesem Feld gefordert. »Die Bundesregierung muss beim Bürokratieabbau endlich liefern. Ankündigungen und Versprechungen werden nicht ausreichen, um die deutsche Wirtschaft von ihren bürokratischen Fesseln zu lösen«, sagte FDP-Generalsekretär Martin Hagen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Deutschland verliere durch den »Bürokratie-Burnout« jährlich rund 146 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung, das mache fast drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. »Bürokratie vernichtet Wohlstand, aber die Bundesregierung agiert bei diesem Thema viel zu zögerlich und mutlos.«

Das Bundeskabinett berät am heutigen Mittwoch über Maßnahmen zum Abbau von Regulierung. Im Mittelpunkt steht das neue Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG), das den Gesundheitssektor und die Wirtschaft entlasten soll.

FDP sieht weiter unnötige Vorgaben aus Brüssel und Berlin

FDP-Generalsekretär Hagen kritisierte, dass insbesondere die Vorgaben aus Brüssel weiter stiegen. Als Beispiele nannte er die Entgelttransparenzrichtlinie und die Verpackungsverordnung, die die deutsche Wirtschaft lähmten. »Es wäre die Aufgabe von Bundeskanzler Friedrich Merz, seiner Parteifreundin, Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Einhalt zu gebieten.« Doch auch Schwarz-Rot schaffe »neuen hausgemachten Bürokratie-Irrsinn«, etwa das Bundestariftreuegesetz.

Bürokratieabbau sei ein »Konjunkturprogramm zum Nulltarif«, betonte Hagen. Ziel sollte es sein, Jahr für Jahr Vorschriften, die eher belasten als helfen, systematisch zu identifizieren und zu streichen. Berichts- und Dokumentationspflichten müssten radikal abgebaut werden. Letztlich sollte die Verwaltung begründen müssen, weshalb eine Regulierung unbedingt nötig sei. Es sollten nicht andere argumentieren müssen, warum bestimmte Vorschriften wegfallen könnten.

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