Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Abbau von Regulierungen 
-
Koalition plant große Entlastung bei Bürokratie

Seit Jahren wird über die überbordende deutsche Bürokratie geklagt. Am heutigen Mittwoch will die Bundesregierung ein großes Entlastungspaket auf den Weg bringen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Gesundheitswesen. 
AutorKontaktdpa
Datum 15.07.2026  11:15 Uhr
Koalition plant große Entlastung bei Bürokratie

Die Bundesregierung will ihre Anstrengungen zum Abbau der Bürokratie forcieren. Wie aus Regierungskreisen verlautete, summieren sich die beschlossenen Maßnahmen zur Reduzierung von Erfüllungsaufwand und Bürokratiekosten seit dem Start der Agenda mittlerweile auf 9,8 Milliarden Euro jährlich. Im zweiten sogenannten Entlastungskabinett will die schwarz-rote Koalition am Mittwoch eine weitere jährliche Entlastung von rund 600 Millionen Euro auf den Weg bringen.

Den mit Abstand größten Anteil daran hat das geplante Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG). Das Gesetz zielt darauf ab, den in vielen Praxen und Kliniken vorherrschenden Papierstau aufzulösen: Der digitale Versand von Nachrichten soll gefördert, die elektronische Überweisung eingeführt und der Leistungsumfang der elektronischen Patientenakte massiv ausgeweitet werden. Zudem sollen Hürden bei der Nutzung moderner Cloud-Infrastrukturen in Krankenhäusern beseitigt werden.

Konkrete Entlastungen für Bürger

Einige der geplanten Maßnahmen bringen für die Bürger ganz praktische Vereinfachungen: So werden die Halter eines Elektrofahrzeugs mit E-Kennzeichen von der Pflicht befreit, eine zusätzliche Umweltplakette an der Windschutzscheibe anzubringen.

Andere Änderungen betreffen die Bundesagentur für Arbeit. Künftig sollen Arbeitslose unkompliziert an Videogesprächen teilnehmen können statt persönlich im Jobcenter erscheinen zu müssen. Dabei soll auch der Abschluss von Verträgen mit Betreuern formlos per E-Mail möglich sein.

Der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger (CDU), sagte, man habe beim Bürokratieabbau mittlerweile »Tempo aufgenommen«. Ein wesentliches Instrument bei der Transformation des Staates sei die Genehmigungsfiktion. Künftig sollen Anträge nach vier Monaten automatisch als genehmigt gelten, wenn die zuständige Behörde bis dahin keine Entscheidung getroffen hat.

Mit einem neuen Berichtsentlastungsgesetz wird nach Wildbergers Worten eine weitreichende Beweislastumkehr eingeführt. Künftig müssten Unternehmen nicht mehr mühsam darlegen, warum eine Vorschrift obsolet ist – stattdessen sei der Staat in der Pflicht zu begründen, warum bestimmte Berichts- und Dokumentationspflichten überhaupt noch erhalten bleiben müssen.

Mehr von Avoxa