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Brandenburg
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Klare Absage für Pharmaziestudium

Auf eine Kleine Anfrage des BSW-Landtagsabgeordneten Andreas Kutsche erteilte die brandenburgische Landesregierung eine klare Absage für die Einrichtung eines Pharmaziestudiengangs an der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTUCS). Die Apothekerkammer und der Apothekerverband reagieren empört. 
AutorKontaktPZ
Datum 22.04.2026  11:30 Uhr

»Die Frage nach der Einrichtung eines Pharmaziestudiengangs an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTUCS) stellt sich für die Landesregierung aktuell nicht«, heißt es in einer Antwort, wie der Tagesspiegel und der Nordkurier berichten.  

Die brandenburgische Regierung aus SPD und CDU argumentiert, dass die haushälterischen Rahmenbedingungen und die strukturellen Herausforderungen einer solchen Einrichtung die Gründe für die Ablehnung der Einrichtung des Studiengangs seien. Somit bleibt Brandenburg weiterhin das einzige Bundesland ohne Pharmaziestudium.

Ein weiterer Grund ist laut der brandenburgischen Regierung, dass an einer Reihe von Studienorten ungenutzte Studienplatzkapazitäten in der Pharmazie vorhanden sind, beispielsweise in den östlichen Bundesländern.

Apothekerkammer und Apothekerverband reagieren empört 

»Wir sehen schon sehr deutlich, dass das Land Brandenburg hier in der Verantwortung ist, für ausreichend pharmazeutisches Personal in den Apotheken zu sorgen«, teilte Mathias Braband-Trabandt, Pressesprecher des Apothekerverbands Brandenburg auf Anfrage der PZ mit. »Wir sind erstaunt, dass die Landesregierung diese Verantwortung auf andere Länder abwälzen will.«

Der Pressesprecher argumentiert, dass Pharmazeuten, die ihr Praktikum in einer regionalen Apotheke absolvieren, später eher in einer Apotheke vor Ort in Brandenburg arbeiten könnten. Ein ähnlicher »Klebeeffekt« sei auch in anderen Studiengängen zu beobachten.

Auch die Apothekerkammer Brandenburg reagiert mit Unverständnis auf die Antwort der Landesregierung. »Ein eigener Pharmaziestudiengang ist kein optionales Projekt«, sagt Ramona Reimann, Sprecherin der Apothekerkammer gegenüber dem Tagesspiegel und dem Nordkurier. Zudem erklärt sie, dass bereits heute rund 35 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker über 60 Jahre alt sind. »Bis 2030 werden 338 Apothekerinnen und Apotheker das Rentenalter erreichen, darunter 142 Apothekeninhaberinnen und -inhaber.«

Tatsächlich setzt sich das Apothekensterben sowohl bundesweit als auch in Brandenburg fort. Eine Abfrage der PZ zeigt, dass es im Bundesland seit Jahresbeginn vier Schließungen, aber keine Neueröffnung gab. Somit gab es in Brandenburg am 31. März noch 519 Apotheken.

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