Kutsche, der die Anfrage stellte, kritisierte die Entscheidung: »Wer Fachkräfte nicht vor Ort ausbildet, verspielt sehenden Auges die Chance, sie langfristig zu binden«, sagte der BSW-Politiker gegenüber dem Tagesspiegel. Angesichts des Apothekensterbens sei dies ein politisches Versäumnis mit Ansage. Die Landesregierung verweigere sich damit, genau wie bei der verschleppten Ärzteausbildung, einer vorausschauenden Gesundheitspolitik. »SPD und CDU setzen die Gesundheit der Brandenburger aufs Spiel«, sagte er.
Allerdings haben sich SPD und CDU erst im März auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Davor regierte die SPD gemeinsam mit dem BSW das Bundesland. Auch die ehemalige Gesundheitsministerin Britta Müller gehörte dem BSW an, bevor sie nach dem Koalitionsbruch Anfang des Jahres wieder parteilos wurde.
Wie der Tagesspiegel berichtet, kündigte CDU-Fraktionschef Steeven Bretz an, trotz der Absage der Landesregierung an dem Thema dranzubleiben. Zwar sei das Thema in den Koalitionsverhandlungen besprochen worden, dennoch seien die finanziellen Aufwendungen enorm. Somit habe sich die jetzige Regierung entschieden, den Schwerpunkt auf die medizinische Versorgung zu legen. Das Thema Pharmazie wolle man aber weiter verfolgen.