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Krisenvorsorge
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KBV rät: Setzen Sie auf Apotheken

Die Gesundheitsberufe müssen sich auf Krisen- und Katastrophenfälle vorbereiten. Wie Praxisteams  in solchen Situationen handeln und wie sie sich vorbereiten können, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in einer Broschüre zusammengestellt. Apotheken sind zentrale Partner.
AutorKontaktPZ
Datum 22.10.2026  16:00 Uhr
KBV rät: Setzen Sie auf Apotheken

Vorsorge für den Krisenfall ist auch in Apotheken nötig – das betonte erst in der vergangenen Woche Oberstapotheker Bernd Klaubert bei der jüngsten Folge von »Alex’ Doppelte Dosis« (ADD) in Berlin. Klaubert forderte, für den Ernstfall regelmäßig zu üben und Konzepte für Personal, Energieversorgung, Verantwortlichkeiten und die Arzneimittelbevorratung zu entwickeln. Zwar sei Deutschland grundsätzlich gut aufgestellt, doch es fehle vielfach an Vorsorge und einem stärkeren Bewusstsein für mögliche Krisenszenarien.

Ein solches Bewusstsein soll auch in den Arztpraxen entstehen beziehungsweise geschärft werden – die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat dazu einen Leitfaden erstellt. Auf 22 Seiten gibt die Broschüre »Vorsorge in Praxen für Krisen und Katastrophen« Tipps zum Risikomanagement in Praxen.

Empfohlen wird darin etwa, sich für den Krisenfall auf mögliche Lieferengpässe und einen erhöhten Bedarf an Arzneimitteln und Verbrauchsmaterialien vorzubereiten. Praxen sollten deshalb verlässliche Bezugsquellen haben. »Setzen Sie auf stabile Bezugsquellen durch Apotheken und Lieferanten«, heißt es.

»Sinnvolle Mindestbestände« sollten festgelegt und bevorratet werden. Dazu gehörten insbesondere Arzneimittel und Impfstoffe, medizinische Verbrauchsmaterialien, persönliche Schutzausrüstung wie Handschuhe und Masken, Trinkwasser für Personal und Patienten sowie Batterien.

Versorgung auch in der Krise sicherstellen

Es gelte, die Patientenversorgung frühzeitig zu priorisieren und sich darauf zu konzentrieren, Notfälle, akut Erkrankte sowie besonders gefährdete und chronisch kranke Patienten weiter zu versorgen, heißt es weiter.

Umfragen hätten gezeigt, dass viele sich vor einer Vorbereitung auf Krisen scheuten, auch Praxen, heißt es in der Einleitung. Dabei gebe es neben geopolitischen Konflikten noch zahlreiche weitere, teils ganz banale Gründe, warum der Praxisbetrieb plötzlich eingeschränkt sein könne. Die KBV weist darauf hin, dass Ärzte und Psychotherapeuten mit Kassenzulassung die Versorgung der gesetzlich Versicherten grundsätzlich auch in Krisen- und Katastrophensituationen sicherstellen müssten.

Schon kleinere Maßnahmen wie eine Übersicht wichtiger Kontaktdaten, aber auch etwa ein Notfallplan seien sinnvoll und zahlten sich im Ernstfall aus. Die Auseinandersetzung mit Risiken wie Stromausfällen, Cyberangriffen, Bränden oder Gewalt helfe Praxen im Übrigen, auch in Extremsituationen handlungsfähig zu bleiben und ihre Existenz zu sichern.

Typischerweise betroffen von IT- oder Stromausfällen seien etwa Patientenaufnahme, Diagnostik, Rezeptausstellung und Abrechnung, erklärt die KBV. Hier sei eine Vorsorge besonders wichtig, weil von den Ausfällen in der Regel auch Nachbarpraxen, Apotheken, Rettungsdienste und Behörden betroffen seien.

Daher sei vorab zu prüfen, ob die technische Infrastruktur auch im Krisenfall funktioniert. Dazu gehörten Gebäudetechnik, eine Absicherung kritischer Geräte durch Notstromlösungen, eine stromunabhängige Beleuchtung sowie Vorkehrungen für die Lagerung kühlpflichtiger Arzneimittel. Wichtig seien außerdem IT-Sicherheitsmaßnahmen und die Möglichkeit, auch bei Systemausfällen auf wesentliche Patientendaten zugreifen zu können.

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