Als auffällig bezeichnen es jedoch die Evi-News-Autoren, dass vor allem in den als qualitativ höherwertiger eingestuften Studien weder eine prophylaktische noch eine kurative Wirksamkeit von Zink bestätigt werden konnte. Generell werde die Bewertung der Wirksamkeit nur sehr oberflächlich beschrieben und es fehlten Angaben zu verwendeten Bewertungsinstrumenten sowie objektive Messungen, heißt es im Fazit des Newsletters. Zudem fehlten auch Angaben zu Blutwerten von Zink, zur Compliance und zur Einnahme vor oder zu den Mahlzeiten. Darüber hinaus werde ein breites Spektrum an unterschiedlichen Dosierungen von verschiedenen Zinksalzen untersucht und es gebe in den Einzelstudien keine Angaben, ob sich die genannten Wirkstärken auf die Salze oder die reinen Zink-Ionen beziehen.
Die Evi-News-Autoren kommen somit zu dem Schluss, dass es Hinweise darauf gebe, dass die Einnahme von Zink die Rezidivrate sowie die Symptomatik von Aphthen verbessern kann. Es seien jedoch noch methodisch gute Studien mit objektiven und detailliert beschriebenen subjektiven Messmethoden nötig, um eine evidenzbasierte Empfehlung treffen zu können. Zudem brauche es für Empfehlungen zur Dosierung sowie zur Verwendung eines bestimmten Zinksalzes vergleichende Studien.
Evi-News – Informationen zur evidenzbasierten Selbstmedikation werden vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit an der Universität Leipzig zusammengestellt. Der Newsletter erscheint in der Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH und wird ausschließlich durch die ABDA und die Avoxa finanziert. Die kostenlose Registrierung ist unter www.evinews.de möglich. Der Newsletter erscheint einmal monatlich. Alle Ausgaben finden sich im Archiv.