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Evi-News
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Kann Zink Aphthen vorbeugen?

Aphthen sind harmlos, teils aber sehr schmerzhaft. Bei der Mehrzahl der Betroffenen rezidivieren sie zudem. Ob die Einnahme von Zink einen präventiven Effekt hat, haben die Evi-News-Autoren im diesmonatigen Newsletter untersucht.
AutorKontaktPZ
Datum 16.07.2026  10:00 Uhr

Aphthen sind weißlich-rote, schmerzhafte Schwellungen im Mund- und Rachenraum. Sie heilen meist innerhalb von ein bis vier Wochen rückstandslos von selbst ab, rezidivieren allerdings bei den meisten Menschen in einem Zeitraum von Wochen bis Jahren.

Zur Akutbehandlung sind in der Selbstmedikation Salben, Gele, Cremes, Tinkturen oder auch Mundspülungen mit lokalanästhetischen, entzündungshemmenden (etwa Kamistad® Gel, Infectogingi® Mundgel, Dynexan® Mundgel) sowie mit adstringierenden (etwa Pyralvex® Lösung, Myrrhen Tinktur Hetterich) oder antiseptischen Wirkstoffen (etwa Chlorhexamed 1% Gel, Chlorhexamed Forte alkoholfrei 0,2%) verfügbar.

Darüber hinaus gibt es Medizinprodukte und Kosmetika, die filmbildende Substanzen zum Abdecken der Aphthe (zum Beispiel Urgo Aphthen) oder wundheilungsfördernde Substanzen wie Panthenol, Hyaluronsäure, Aloe Vera oder Kamille (zum Beispiel BloXaphte®, Oroben) enthalten.

Was die Studienlage sagt

Ein präventiver Effekt zur Reduktion der Rezidivrate wird für die Einnahme von Zink diskutiert, da Zink das Immunsystem stärkt und ein Zinkmangel Hautläsionen begünstigen kann. Vor diesem Hintergrund haben sich die Evi-News-Autoren ein im Jahr 2021 im »Journal of Trace Elements in Medicine and Biology« veröffentlichtes Review angeschaut.

Eingeschlossen waren sieben Studien, die die Anwendung von Zinksulfat, Zinkgluconat oder Zinkglutamat in Dosierungen von 12 mg bis 660 mg pro Tag, aufgeteilt in zwei bis drei Tagesdosen, untersuchten. Der Behandlungszeitraum betrug eine bis zwölf Wochen, verglichen wurde gegen Placebo oder eine aktive Kontrolle.

In fünf der sieben Studien konnte die Einnahme von Zink die Rezidivrate von Aphthen statistisch signifikant verringern. Darüber hinaus nahm in drei Studien die Schmerzintensität beim Auftreten von Aphthen signifikant ab und die Heilungszeit der Ulzera war verkürzt. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Hautreaktionen, die insgesamt jedoch selten auftraten.

Hinweise ja, Evidenz nein

Als auffällig bezeichnen es jedoch die Evi-News-Autoren, dass vor allem in den als qualitativ höherwertiger eingestuften Studien weder eine prophylaktische noch eine kurative Wirksamkeit von Zink bestätigt werden konnte. Generell werde die Bewertung der Wirksamkeit nur sehr oberflächlich beschrieben und es fehlten Angaben zu verwendeten Bewertungsinstrumenten sowie objektive Messungen, heißt es im Fazit des Newsletters. Zudem fehlten auch Angaben zu Blutwerten von Zink, zur Compliance und zur Einnahme vor oder zu den Mahlzeiten. Darüber hinaus werde ein breites Spektrum an unterschiedlichen Dosierungen von verschiedenen Zinksalzen untersucht und es gebe in den Einzelstudien keine Angaben, ob sich die genannten Wirkstärken auf die Salze oder die reinen Zink-Ionen beziehen.

Die Evi-News-Autoren kommen somit zu dem Schluss, dass es Hinweise darauf gebe, dass die Einnahme von Zink die Rezidivrate sowie die Symptomatik von Aphthen verbessern kann. Es seien jedoch noch methodisch gute Studien mit objektiven und detailliert beschriebenen subjektiven Messmethoden nötig, um eine evidenzbasierte Empfehlung treffen zu können. Zudem brauche es für Empfehlungen zur Dosierung sowie zur Verwendung eines bestimmten Zinksalzes vergleichende Studien.

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