Aphthen bleiben bei den meisten Betroffenen kein Einzelfall. Um einem Rezidiv vorzubeugen, kann ein Versuch mit Zink unternommen werden. Die Evidenz dafür ist bislang allerdings dünn. / © Imago Images/Panthermedia
Aphthen sind weißlich-rote, schmerzhafte Schwellungen im Mund- und Rachenraum. Sie heilen meist innerhalb von ein bis vier Wochen rückstandslos von selbst ab, rezidivieren allerdings bei den meisten Menschen in einem Zeitraum von Wochen bis Jahren.
Zur Akutbehandlung sind in der Selbstmedikation Salben, Gele, Cremes, Tinkturen oder auch Mundspülungen mit lokalanästhetischen, entzündungshemmenden (etwa Kamistad® Gel, Infectogingi® Mundgel, Dynexan® Mundgel) sowie mit adstringierenden (etwa Pyralvex® Lösung, Myrrhen Tinktur Hetterich) oder antiseptischen Wirkstoffen (etwa Chlorhexamed 1% Gel, Chlorhexamed Forte alkoholfrei 0,2%) verfügbar.
Darüber hinaus gibt es Medizinprodukte und Kosmetika, die filmbildende Substanzen zum Abdecken der Aphthe (zum Beispiel Urgo Aphthen) oder wundheilungsfördernde Substanzen wie Panthenol, Hyaluronsäure, Aloe Vera oder Kamille (zum Beispiel BloXaphte®, Oroben) enthalten.
Ein präventiver Effekt zur Reduktion der Rezidivrate wird für die Einnahme von Zink diskutiert, da Zink das Immunsystem stärkt und ein Zinkmangel Hautläsionen begünstigen kann. Vor diesem Hintergrund haben sich die Evi-News-Autoren ein im Jahr 2021 im »Journal of Trace Elements in Medicine and Biology« veröffentlichtes Review angeschaut.
Eingeschlossen waren sieben Studien, die die Anwendung von Zinksulfat, Zinkgluconat oder Zinkglutamat in Dosierungen von 12 mg bis 660 mg pro Tag, aufgeteilt in zwei bis drei Tagesdosen, untersuchten. Der Behandlungszeitraum betrug eine bis zwölf Wochen, verglichen wurde gegen Placebo oder eine aktive Kontrolle.
In fünf der sieben Studien konnte die Einnahme von Zink die Rezidivrate von Aphthen statistisch signifikant verringern. Darüber hinaus nahm in drei Studien die Schmerzintensität beim Auftreten von Aphthen signifikant ab und die Heilungszeit der Ulzera war verkürzt. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Hautreaktionen, die insgesamt jedoch selten auftraten.