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Hantavirus-Ausbruch
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Kann sich das Virus weiter ausbreiten?

Die rund 150 Passagiere des Kreuzfahrtschiffs »Hondius« kehren derzeit in ihre Heimatländer zurück. Eine Französin zeigt Symptome und ist nun positiv auf das Virus getestet worden. Der Chef des Robert-Koch-Instituts sieht aktuell keine Gefahr für die Bevölkerung.
AutorKontaktdpa
Datum 11.05.2026  11:00 Uhr

Andes-Virus nicht hoch ansteckend

Beim Erreger handelt es sich um das südamerikanische Andesvirus. »Es ist das einzige Hantavirus, bei dem begrenzte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen überzeugend beschrieben wurden«, sagte Professor Dr. Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg. Dabei scheint enger und längerer Kontakt zu Erkrankten entscheidend zu sein, »insbesondere im häuslichen Umfeld, bei Paaren, Familienangehörigen oder bei pflegerischer beziehungsweise medizinischer Versorgung«.

»Das Hantavirus ist primär eine Umweltinfektion, und selbst in seltenen Fällen der Übertragung von Mensch zu Mensch verhält es sich nicht wie ein hoch ansteckendes Atemwegsvirus«, betonte Professor Dr. Scott Weaver von der University of Texas Medical Branch (USA).

Infektionen mit dem Andes-Virus können etwa zu Übelkeit, Erbrechen, Husten, einer Lungenerkrankung und zum Tod führen. Nach Angaben des Robrt-Koch-INstituts (RKI) gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gegen Hantaviren. Es können aber Symptome behandelt werden.

RKI-Chef sieht keine Pandemiegefahr

RKI-Präsident Professor Dr. Lars Schaade sieht keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen sehr krank machen, so Schaade am Sonntag im ZDF-»Heute Journal«. »Aber die gute Nachricht ist eigentlich, das ist kein Virus, das sich verbreitet. Und insofern kann ich, glaube ich, sagen: Ich sehe eigentlich keine Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland und auch keine Pandemiegefahr.«

Mit Blick auf den Vergleich mit dem Coronavirus sagte Schaade: »Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar.« Man kenne das Virus schon sehr lange und könne es deshalb sehr gut einschätzen. Das Coronavirus sei damals ein neues Virus mit spezifischen Eigenschaften gewesen. »Hier haben wir ein Virus, das wir seit 31 Jahren kennen.« Schaade sprach von sicherlich einigen Tausend Fällen seit der Entdeckung 1995. »Und immer ist es gelungen, die Ausbruchssituation entsprechend unter Kontrolle zu bringen«, fügte er hinzu.

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