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Grippe

Jeder zweite mit Risiko will sich nicht impfen lassen

Die ABDA hat eine repräsentative Umfrage zur Grippeimpfbereitschaft in Auftrag geben – und ist alarmiert über das Ergebnis.
PZ
29.09.2020  16:00 Uhr

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung bestimmten Risikogruppen. Dazu gehören Menschen über sechzig, chronisch Kranke, medizinisches Personal und jeder, der beruflich Kontakt zu vielen Personen hat. 45 Prozent der Angehörigen dieser Risikogruppen planen aber keine Grippeschutzimpfung. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände im August 2020 von Forsa unter rund 1000 Bundesbürgern durchgeführt wurde.

»Dabei ist die Impfung sicher und gut verträglich«, sagt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV). »Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich, sondern auch andere vor Ansteckung. Das sollte Ansporn genug sein.« Um in der Bevölkerung einen größtmöglichen Schutz zu erreichen, müssten 75 Prozent geimpft sein, so schätzen Epidemiologen allgemein. Der Umfrage zufolge planen aber nur 38 Prozent der erwachsenen Bundesbürger eine Grippeschutzimpfung, obwohl 54 Prozent laut Selbstauskunft zu einer Risikogruppe gehören. Eine andere aktuelle Analyse zeigt, dass sich je nach Erkrankung nur zwischen 19 und 44 Prozent der Chroniker gegen Influenza impfen lassen wollen.

Apotheker und Politik hoffen, demnächst mehr Personen zu erreichen. Denn im Rahmen von Modellprojekten dürfen bestimmte Apotheken in einigen Regionen Deutschlands nach einer umfassenden Schulung ab diesem Herbst Impfungen gegen Influenza durchführen. Dabei sollen ausdrücklich Menschen erreicht werden, die bislang nicht für eine Grippeimpfung zum Arzt gehen wollen oder können. 

Für die beginnende Impfsaison seien mit 26 Millionen Impfdosen deutlich mehr Dosen verfügbar als in den Vorjahren verbraucht wurden, hieß es von der ABDA. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) stehen insgesamt 26 Millionen Impfdosen für die Bevölkerung bereit, davon 20 Millionen in der Regelversorgung und 6 Millionen als Notfallreserve. Nach einer Analyse des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) wurden im Jahr 2019 aber nur 14,0 Millionen Impfdosen für gesetzlich versicherte Patienten verbraucht, im Jahr 2018 sogar nur 13,4 Millionen.

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