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Bundeskongress für Gendergesundheit 
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Ist der Mann für die Prävention verloren?

Die Expertinnen und Experten waren sich auf dem gestrigen 6. Bundeskongress Gender-Gesundheit weitestgehend einig: Frauen kennen ihren Körper, investieren in Gesundheit und betreiben aktiv Prävention. Wie sieht es bei den Männern aus? 
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 20.05.2026  16:00 Uhr
Ist der Mann für die Prävention verloren?

Man könne einen Trend zu einer anderen Art der Gesundheit feststellen, sagt Thomas Solbach zu Beginn. »Frauen werden aus meiner Sicht mehr und mehr zum Trendsetter.« Auch in der Datenerhebung seien Frauen wesentlich weiter, da sie zum Teil digitale Präventionsangebote tendenziell stärker nutzen. Insbesondere in der Pharmaindustrie sehe er hohe Gewinnpotenziale, insofern man für frauengerechtere Entwicklungen sorge. 

Ute Teichert von Teichert Consulting plädiert für eine Erweiterung des Präventionsgedankens abseits der Medizin. »Die Lebenswelt findet nicht in der ärztlichen Versorgung statt, sondern dort, wo die Menschen sind, zum Beispiel bei Volkswagen, zum Beispiel in Schulen, in Kitas, in Altenpflegeheimen und in Kliniken«, so Teichert.

In Kitas und Schulen beginne für Andrea Galle, Vorständin der meinekrankenkasse (mkk), die Chance, Gesundheitskompetenz aufzubauen. Doch sie warnt, dass eine reine Konsumsicht auf die Prävention zu einer Zwei-Klassen-Medizin führen könne. Prävention müsse bezahlbar für alle sein. Die Expertinnen und Experten sind sich diesbezüglich einig: Man müsse sich endlich vom Reparatursystem des derzeitigen Gesundheitswesens verabschieden. 

Hoffnung für die Zukunft?

Meghan Lawrence von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD) berichtet, wie es um die Lehre steht: Die gendersensible Versorgung sei zwar einerseits in den nationalen Lernzielkatalogen angekommen, die Umsetzung schwanke aber regional sehr. Oft hängen laut Lawrence die Nachhaltigkeit und Umsetzung solcher Entwicklungen von Einzelpersonen und -projekten ab. Sie wünsche sich fächerübergreifende Leitfäden und Querschnittsdisziplinen.

Die Frage der Eigenverantwortung stand besonders im Raum: »Wir haben ein Stück weit auch den Patientinnen und den Patienten über Jahre hinweg Eigenverantwortung abgenommen, indem wir sie konsumieren lassen, indem wir hier keine Teilhabe stattfinden haben lassen, indem die Medizinerinnen und Mediziner nicht mit den Patientinnen und Patienten gesprochen haben«, sagt Professorin Clarissa Kurscheid. Dieses »patriarchale Element« der Medizin müsse abgeschafft werden, so Kurscheid

Insbesondere bei Männern stellt Kurscheid Nachholbedarf fest: »Jungs und junge Männer werden hinsichtlich Gesundheitsvorsorge genauso wie Frauen oder Mädchen sozialisiert.« Es fehle hier nicht an mangelnden Chancen oder Zugängen zur Vorsorge, sondern an mangelnder persönlicher Verantwortungsübernahme. 

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