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Bundeskongress für Gendergesundheit 
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Ist der Mann für die Prävention verloren?

Die Expertinnen und Experten waren sich auf dem gestrigen 6. Bundeskongress Gender-Gesundheit weitestgehend einig: Frauen kennen ihren Körper, investieren in Gesundheit und betreiben aktiv Prävention. Wie sieht es bei den Männern aus? 
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 20.05.2026  16:00 Uhr

Beispiele funktionierender Prävention 

Katharina Buderek bricht eine Lanze für erfolgreiche Prävention für Männer. Als leitende Werksärztin bei Volkswagen sei sie hauptsächlich mit Männern konfrontiert, denn weniger als 20 Prozent der Mitarbeitenden in allen Etagen seien Frauen. Durch die routinemäßige, arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung alle zwei Jahre erreiche sie Männer im arbeitsfähigen Alter, bevor diese Beschwerden haben. Die Vorsorge habe Volkswagen irgendwann mit Check-Up-Untersuchungen kombiniert.

»Wir haben tatsächlich für den Patienten weiterhin eine halbe Stunde Zeit. Und das ist das, was auch die Beziehung ermöglicht, die Prävention möglich macht«, sagt Buderek mit Blick auf mangelnde zeitliche Ressourcen im Gesundheitswesen. Daten sammeln alleine reiche nicht, Buderek setze vielmehr auf Erklärung und Beziehungsaufbau. »Wir unternehmen den Versuch, die Arbeitsmedizin in Richtung Prävention zu verändern. Und das auch genau mit dem Ziel, diesen Teil der Menschen zu erreichen, nämlich Männer, die bisher für Präventionsgedanken eher wenig erreichbar waren«, so Buderek.

Thomas Solbach von Strategy& Germany wünscht sich mehr Kreativität bei der Sammlung und Nutzung von Daten. In seiner Forschung habe er festgestellt, dass in einem modernen Auto 1000 Daten pro Sekunde gemessen werden. »Was wäre, wenn die Kamera, die auf meine Augen gerichtet ist, nicht nur sieht, ob die Lider zugehen, sondern auch die Weisheit unseres Auges über die Zeit checkt? Was wäre, wenn ›Siri‹ nicht nur zuhören würde, wo ich hinfahre, sondern auch ein Flattern in meiner Stimme aufnehmen kann«, fragt Solbach in die Runde. Hier reichen ihm zufolge 30 Sekunden aus, um Krankheiten vorherzusagen.

Internationale Präventionsstrategien

Prävention muss allerdings laut Solbach nicht immer derart kompliziert, aufwendig und technisch sein. »In Rumänien gibt es Bushaltestellen, wenn ich dort zehn Kniebeugen mache, kriege ich mein Busticket umsonst. Das ist super simpel.« Auch in Japan habe Prävention einen deutlich niedrigschwelligen Charakter: »Jeder Mitarbeiter in Japan muss einmal im Jahr zum Arzt. Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass der den Tag frei bekommt«, so Solbach. Durch derartig einfache Angebote beuge man einer Mehrklassen-Prävention vor, sagt Solbach. 

In der Stadtplanung könne man durch »Walkable Cities« nachweislich die Gesundheit fördern, so Lawrence. 

»Walkable Cities sind Städte, wo wir zu Fuß zum Arzt kommen können, wo wir mit einem Rollator in die Straßenbahn einsteigen können. Das sind Städte, an denen gerade für Frauen mit Kinderwägen viel vereinfacht wird«, untermauert Lawrence. Dies sei dadurch automatisch gendergerechte Versorgung. Diese Menschen haben so einerseits Zugang zu Prävention und Vorsorge, bräuchten diesen vielleicht gar nicht, weil genug Möglichkeiten bestünden, sozialen Kontakte zu pflegen, sich auszutauschen und gesund zu bleiben, sagt Lawrence.

 

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