Die IFPMA warnt vor den Folgen des GKV-Spargesetzes. / © Imago/Funke Foto Services
Das GKV-Spargesetz sieht Einschnitte in zahlreichen Bereichen der Gesundheitsversorgung vor und stößt auf entsprechend breiten Widerstand. Die Pharmaindustrie stört sich vor allem am geplanten dynamischen Herstellerabschlag. Hierbei handelt es sich um eine variable Rabattkomponente auf Arzneimittelpreise, die Hersteller den GKV-Kassen gewähren sollen und die sich an der jährlichen Entwicklung der GKV-Einnahmen und -Arzneimittelausgaben orientiert. Aktuell gibt es aus den Kreisen der Union Andeutungen, dass der dynamische Herstellerabschlag aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden könnte.
Das geplante Gesetz stößt auch außerhalb von Deutschland auf Kritik. Die International Federation of Pharmaceutical Manufacturers and Associations (IFPMA) hat zu dem Gesetz Stellung bezogen und die »systematische Unterbewertung von Innovationen« bemängelt.
David Reddy, Generaldirektor der IFPMA, erklärte in einer Pressemitteilung: »Die von der Bundesregierung eingebrachte Gesetzgebung untergräbt den Wert medizinischer Innovationen, die globale Wettbewerbsfähigkeit und den Zugang von Patientinnen und Patienten zu neuen Arzneimitteln. Preis- und Erstattungsregelungen, die den Wert von Arzneimitteln und Impfstoffen nicht angemessen abbilden, beeinträchtigen die Verfügbarkeit neuer Medikamente für Patientinnen und Patienten und führen zu geringeren Investitionen in Forschung und Entwicklung.«
In einer Zeit zunehmenden globalen Wettbewerbs müssten Regierungen politische Rahmenbedingungen schaffen, die das Potenzial innovativer Arzneimittel freisetzen »Die systematische Unterbewertung innovativer Arzneimittel und die geplante Gesetzgebung in Deutschland haben dazu geführt, dass die US-Regierung eine Section-301-Untersuchung eingeleitet hat, um diese Praktiken zu prüfen und darauf zu reagieren« so Reddy.
Die Bundesregierung solle innehalten und in einen konstruktiven Dialog mit der Industrie treten. »Reformen müssen Deutschlands Position als führender Standort für pharmazeutische Innovation und Investitionen stärken – nicht schwächen«, so der IFPMA-Generaldirektor.