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GKV-Spargesetz
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Initiative nimmt Argumente der Pharmabranche auseinander

Die Bundesregierung will Milliarden einsparen, um die Kassenbeiträge stabil zu halten, und nimmt dafür auch den Pharmasektor in die Pflicht. Der reagierte mit einem Aufschrei – den nun eine Initiative mit einem Appell an Bundestagsabgeordnete »demaskieren« will.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 09.06.2026  14:00 Uhr

Dynamischer Herstellerabschlag kalkulierbar?

Im Blick hat die Initiative die Kampagne des Verbands forschender Pharma-Unternehmen (vfa), der unlängst in großen Zeitungen Anzeigen geschaltet hatte, die vor einer reinen Kürzungslast der Pharmaindustrie warnen. Die Initiative geht die Argumente der Reihe nach durch und kommentiert sie.

Auf die Warnung etwa, dass mit den Einschnitten drohe, dass Arzneimittel in Deutschland erst später verfügbar seien, entgegnet die Initiative, Pharmafirmen entschieden vor allem nach erwarteten Gewinnen, ob und wann neue Medikamente eingeführt werden. Die Preise legten sie zunächst selbst fest, oft ohne genaue Begründung. In den vergangenen Jahren seien diese Preise stark gestiegen, begleitet von hohen Gewinnmargen. Da den Krankenkassen große Defizite drohen, solle unabhängiger geprüft werden, ob hohe Medikamentenpreise gerechtfertigt sind.

Anders als von der Branche dargestellt, sei der geplante dynamische Herstellerabschlag durchaus kalkulierbar, zumindest weniger belastend als frühere Sparvorschläge etwa der Finanzkommission Gesundheit. Gleichzeitig könnten Pharmafirmen durch den Wegfall bestimmter Preisbegrenzungen künftig teilweise sogar höhere Einnahmen erzielen.

Initiative: vor allem hohe Gewinne absichern

Zwischen höheren Erstattungspreisen und nachhaltigen Standort- oder Investitionsentscheidungen der pharmazeutischen Industrie bestehe zudem laut »objektiven Analysen« kein belastbarer Zusammenhang, sodass das Standortargument ebenso wenig gelte. »Obwohl Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Arzneimittelpreisen zählt, verlagern regelmäßig Pharmafirmen ihre Betriebsstätten ins Ausland.«

»Was Ihnen verschwiegen wird: Unabhängig davon, wie Sie entscheiden, werden auf jeden Fall Pharma-Investitionen in Deutschland zurückgefahren«, so die Nachricht an die Abgeordneten. Solche Entscheidungen würden nicht kurzfristig vor einem noch offenen Gesetzgebungsverfahren fallen. Den eigentlichen Hintergrund sieht die Initiative vielmehr in dem Versuch, hohe Gewinne trotz sinkender Medikamentenpreise in den USA abzusichern.

Auch die »Pharmasouveränität« sieht die Initiative nicht in Gefahr, vor deren Einschränkung der vfa in der Kampagne gewarnt habe. Vielmehr fördere die Gewinnorientierung der Pharmaindustrie zwar Innovationen, könne aber auch den Fortschritt bremsen: Weniger rentable Medikamente würden teils nicht entwickelt oder vom Markt genommen. Das trage auch zu Lieferengpässen bei.

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