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Patienten auf Intensivstation
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Infusionen sicherer machen

Die Erarbeitung von Standardkonzentrations- und Kompatibilitätslisten für Infusionen kann die Arzneimitteltherapiesicherheit von Intensivpatienten nachhaltig sicherer machen. Dieses Ziel verfolgen zwei Projekte mit Krankenhausapothekern in Schlüsselrollen.
AutorKontaktHeike Hilgarth
AutorKontaktDamaris Meyn
Datum 17.02.2026  10:30 Uhr

In einem interprofessionellen Projekt, an dem Krankenhausapotheker, Intensivmediziner und Fachpflegepersonen (ADKA-DIVI-Expertengruppe) beteiligt waren, wurde vergangenes Jahr erstmals für Deutschland eine bundeseinheitliche Standardkonzentrationsliste für die kontinuierliche Infusion von Arzneimitteln auf Erwachsenen-Intensivstationen erstellt. Die sogenannte ADKA-DIVI-Standardkonzentrationsliste enthält 41 Wirkstoffe mit 49 Standardkonzentrationen unter Angabe der geeigneten Trägerlösung und der physikalisch-chemischen Stabilität über 24 Stunden. Bei der Erarbeitung wurden Stabilitätsdaten, Praktikabilität und Volumenbedarf berücksichtigt.

In einem nachfolgenden Projekt wurde das Thema Inkompatibilitäten von Infusionen adressiert. Ziel war es, ein Infusionsschema für einen vierlumigen zentralen Venenkatheter zu entwickeln. Hierfür wurde basierend auf der ADKA-DIVI-Standardkonzentrationsliste für Dauerinfusionen mit Herstellerinformationen und den Datenbanken Stabilis, Kingguide und Trissel’s™ 2 IV Compatibility eine Literaturrecherche durchgeführt. Mit häufig verwendeten Kombinationen, für die keine Kompatibilitätsdaten vorlagen, wurden eigene Stabilitätsdaten zur physikalischen Kompatibilität erhoben.

Auf dieser Grundlage wurde unter Berücksichtigung von 34 häufigen Wirkstoffen ein Vierlumen-Zentralvenenkatheter-Infusionsschema erstellt. Es reduziert durch die feste standardisierte Zuordnung zu Kreislauf-, Ernährungs-, Sedierungs- und Kurzinfusionsschenkeln das Risiko für typische Inkompatibilitäten und kennzeichnet »inkompatible« beziehungsweise »bedingt kompatible« Kombinationen. Zudem macht es mittels Wirkstoffkarten inkompatible Partner und notwendige Separierungen transparent.

Standardisierung vermeidet Fehler

Standardkonzentrations- und Kompatibilitätslisten können als qualitätssichernde Maßnahme dazu beitragen, Medikationsfehler zu vermeiden und die Patienten- und Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen. Eine Standardisierung vermeidet Rechenfehler bei wechselnden Konzentrationen, insbesondere bei Hochrisikowirkstoffen. Standardisierte Volumina und Konzentrationen vereinfachen die Zubereitung, da weniger individuelle Mischungen und weniger manuelle Rechenschritte benötigt werden. Zudem steigern sie Sicherheit und Effizienz. Des Weiteren verhindern Volumen- und konzentrationsoptimierte Standards zu niedrige Laufraten und Laufrateneffekte wie einen verzögerten Wirkungseintritt und Okklusionsalarme ebenso wie häufige Spritzenwechsel und Manipulationen mit hohem Fehlerrisiko.

Standardkonzentrationen unterstützen die Nutzung von Smart-Pump-Bibliotheken und elektronischen Verordnungssystemen, die ebenfalls als wirksame Maßnahmen zur Vermeidung von Applikationsfehlern gelten. Perspektivisch sollten die national konsentierten Standardkonzentrationen in lokale Pumpenbibliotheken und elektronische Verordnungssysteme integriert und unter Einbeziehung interprofessioneller Expertise regelmäßig überprüft beziehungsweise angepasst werden.

Klinisch-pharmazeutische Expertise im Team

Die interprofessionelle Abstimmung – von der Entwicklung der Standardkonzentrationen über die Erstellung des Infusionsschemas bis hin zur Schulung von Ärzten und Fachpflegepersonen – unterstreicht die Rolle der Krankenhausapotheker als Experten für klinisch-pharmazeutische Beratung. Gleichzeitig erleichtert Standardisierung die Einarbeitung neuer Mitarbeitender, die Umsetzung von Qualitätsindikatoren, die Durchführung von Audits und den Umgang mit Hochrisikoarzneimitteln. Standardisierung der Konzentrationen in Dauerinfusionen und die Verwendung von Infusionsstandards sind Maßnahmen zur Erhöhung der Patienten- und Arzneimitteltherapiesicherheit, die die pharmazeutische Expertise sichtbar machen, interprofessionelle Zusammenarbeit strukturieren und die parenterale Infusionstherapie optimieren.

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