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Lungenentzündung
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Dieser Blutwert kündigt schwereren Verlauf an

Eine niedrige Eosinophilenzahl bei der Krankenhausaufnahme von Patienten mit einer ambulant erworbenen Pneumonie (Community-acquired pneumonia, CAP) geht mit einem höheren Risiko für eine Intensivbehandlung einher. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 12.08.2026  14:00 Uhr

Im Fachjournal »Chest« hat ein Team um Dr. Barbara Christine Weckler von der Universität Marburg Studienergebnisse zur Bedeutung der Eosinophilenzahl im Blut von Patienten mit einer außerhalb des Krankenhauses erworbenen Lungenentzündung publiziert. Eosinophile sind eine Gruppe der weißen Blutkörperchen und ein wichtiger Teil des körpereigenen Abwehrsystems.

Wie einer Pressemitteilung der Hochschule zu entnehmen ist, wurden Daten von 2880 erwachsenen Patienten im Alter zwischen 56 und 78 Jahren ausgewertet. Für die Analyse des Zusammenhangs zwischen Eosinophilenzahl und Behandlungsbedarf im Krankenhaus standen vollständige Datensätze von 1673 Patienten zur Verfügung. Mithilfe statistischer Modelle untersuchten die Forscher den Zusammenhang zwischen der Eosinophilenzahl bei Krankenhausaufnahme und dem Bedarf an intensivmedizinischer Behandlung, künstlicher Beatmung sowie der Dauer des Krankenhausaufenthalts.

Die Auswertung ergab, dass Patienten mit höchstens 10 Eosinophilen pro μl Blut deutlich häufiger auf einer Intensivstation behandelt werden mussten als Patienten mit höheren Werten (14,2 versus 8,5 Prozent). Sie benötigten zudem häufiger eine künstliche Beatmung (9,1 versus 5,2 Prozent) und blieben im Durchschnitt länger im Krankenhaus (10,2 gegenüber 9,0 Tagen).

»Da dieser Wert bei jedem Patienten, der mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus kommt, im Rahmen des Standardblutbildes sowieso gemessen wird, liegt die Information bereits vor«, benennt Weckler einen wichtigen Vorteil. Die Eosinophilenzahl im Blut könne ohne zusätzlichen Aufwand helfen, bereits bei der Aufnahme abzuschätzen, welche Patienten voraussichtlich einen höheren Behandlungsbedarf im Krankenhaus haben.

Nach Ansicht der Forscher könnte die Eosinophilenzahl bestehende klinische Bewertungssysteme sinnvoll ergänzen. Weitere Studien sollen nun prüfen, wie sich der Marker in klinische Entscheidungsprozesse integrieren lässt und welche biologischen Mechanismen dem Zusammenhang zugrunde liegen.

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