Nach der Implantation sank der Glucosewert schnell auf den Normbereich und ließ sich über den sechswöchigen Studienzeitraum kontrollieren, schreiben die Forschenden. Hypoglykämien traten keine auf. Die Mäuse wiesen verringerte Blutwerte von Triglyceriden sowie ein geringeres Körpergewicht auf. Sie verstoffwechselten zunehmend Fettreserven und die Forschenden maßen höhere Werte der Ketonkörper und freien Fettsäuren. Ketonkörper wie Acetoacetat oder β-Hydroxybutyrat entstehen vor allem beim Abbau von Fettsäuren in der Leber.
Den Grund für den Anstieg der freien Fettsäuren sieht Roden im Energiedefizit der behandelten Mäuse, die mehr Fett aus ihren Depots in die Blutkreislaufbahn mobilisieren. »Das ist eher unerwünscht«, so Roden. Auch das Gluconat werde nicht nur unverändert ausgeschieden, sondern auch im Körper verstoffwechselt. Dabei entstehen unter anderem NADPH und Laktat. Dennoch sieht Roden auch Vorteile: »Der oxidative Stress könnte sinken. Das wiederum könnte das Fortschreiten von Diabetes und seinen Folgeerkrankungen verlangsamen.«
Laut Roden war der stärkste Effekt der Studie ein rascher Anstieg der Ketonkörper. Er sieht die Behandlungsform als nicht geeignet für Personen, deren Körper vor allem Reserven abbaut. »Dazu zählen Menschen mit Typ-1-Diabetes und lange bestehendem Typ-2-Diabetes, die aufgrund des Insulinmangels ein erhöhtes Risiko für Ketoazidose, eine gefährliche Übersäuerung des Blutes durch Ketonkörper, aufweisen.« Auch betroffen seien Menschen mit dem atypischen Ketosis-prone-Diabetes oder mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion. Hier steige die Gefahr für eine Azidose, wie auch bei einer Behandlung mit Metformin und SGLT-2-Hemmern.
In der Studie wurde in den sechs Wochen keine unerwünschten Nebenwirkungen beobachtet. Diese und Langzeitrisiken sind daher noch unbekannt, erklärt Roden. Er nennt einige mögliche Risiken: von Infektionen bei der Implantation oder beim Wechsel des Geräts über technische Ausfälle bis hin zu allergischen Reaktionen.
Wie sich dauerhafte elektrische Ströme auswirken können, ist nicht bekannt. Es könnte zu lokalen Reaktionen kommen. Auch technische Fehler ziehen möglicherweise eine gefährliche Fehlsteuerung nach sich, die eine Hyper- oder Hypoglykämie oder eine Ketoazidose verursacht. »Die Autoren berichten zwar, dass der pH-Wert der behandelten Mäuse nicht unter 7,35 abfiel. Ob das auch für Menschen gilt, ist aber offen.«