| Johanna Hauser |
| 08.05.2026 07:00 Uhr |
Ein erhöhter Fettgehalt der Leber erhöht bei Typ-2-Diabetikern die postprandialen Glucagonspiegel. / © Getty Images/wildpixel
Ein Typ-2-Diabetes (T2D) zeichnet sich durch eine fortschreitende Resistenz der Körperzellen gegen das blutzuckerregulierende Hormon Insulin aus. Aber auch der Gegenspieler, das Hormon Glucagon, das die Freisetzung von Glucose aus der Leber bewirkt, ist bei vielen Typ-2-Diabetikern erhöht. In der Folge wird vermehrt Glucose in der Leber produziert und freigesetzt.
Wissenschaftler des Deutschen Diabetes Zentrums wollten wissen, ab wann der Glucagonspiegel bei neu diagnostizierten Typ-2-Diabetikern erhöht ist und welchen Einfluss Lebererkrankungen wie eine MASLD (metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung) auf die Pathologie haben. Überraschenderweise fanden die Forschenden eine Korrelation zwischen dem Fettgehalt der Leberzellen und dem Glucagonspiegel, wie das Team um Maximilian Huttasch im Fachjournal »Diabetes Care« berichtet.
Die Forschenden analysierten für ihre Untersuchung Blutproben und Stoffwechselparameter von 50 Teilnehmern der Deutschen Diabetes Studie, bei denen innerhalb der vorherigen zwölf Monate ein T2D diagnostiziert worden war. Dem gegenübergestellt wurde eine Kohorte aus 50 gesunden Probanden. In beiden Gruppen gab es Teilnehmer mit einer MASLD, das heißt, es lag eine Fettleber mit ≥1 kardiometabolischem Risikofaktor vor. Der Fettgehalt der Leberzellen liegt dabei über 5 Prozent.
Kurz vor einer definierten Mahlzeit sowie zu fünf weiteren Zeitpunkten (30, 60, 90, 120 und 180 Minuten danach) wurden verschiedene Blut- und Stoffwechselparameter der Teilnehmer erhoben, darunter die Spiegel von Glucose, Insulin und Glucagon. Mittels des HLC-Werts (Hepatic Lipid Content) sowie einer ATP-Bestimmung und Bildgebung wurde auch die Lebergesundheit ermittelt. Erhöhte HLC-Werte definierten dabei die Fettleber. Sie bringen den ATP-Haushalt der Leber durcheinander und tragen so zu einer gestörten Glucagonhomöostase bei. Die Teilnehmer mit MASLD wiesen HLC-Werte von um die 10 Prozent auf.