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CAR-T-Therapie gegen Rheuma
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Immunsystem neu starten, statt lebenslang therapieren

Die CAR-T-Zell-Therapie, bislang vor allem aus der Hämatoonkologie bekannt, könnte künftig auch bei der Behandlung von schwerem Rheuma eine Rolle spielen. Darauf deuten jetzt die ersten Ergebnisse der COMPARE-Studie bei therapierefraktärer seropositiver rheumatoider Arthritis hin.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 31.08.2026  12:30 Uhr
Die Therapie führte auch zu immunologischen Veränderungen

Die Therapie führte auch zu immunologischen Veränderungen

Noch eindrucksvoller sind die immunologischen Veränderungen. Die für die Erkrankung typischen Autoantikörper fielen massiv ab. Anti-citrullinierte-Protein-Antikörper (ACPA) gegen mutiertes citrulliniertes Vimentin nahmen im Median um 94 Prozent ab, bei vier von sechs Patienten kam es zur Serokonversion. Vertreter einer Subklasse der Anti-citrullinierten-Protein-Antikörper (CCP-ACPA) sanken im Median um 91 Prozent. Beim Rheumafaktor betrug die mediane Reduktion 89 Prozent für IgM und 96 Prozent für IgA. Fünf beziehungsweise vier Patienten wurden für diese Rheumafaktor-Isotypen seronegativ.

Der wohl interessanteste Befund betrifft jedoch die Wiederherstellung des B-Zell-Systems. Bei vier Patienten kehrten im Verlauf wieder B-Zellen ins periphere Blut zurück. Diese und weitere Beobachtungen werten die Forschenden als Hinweis darauf, dass die Therapie tatsächlich ein pathologisches B-Zell-Gedächtnis zurücksetzen kann.

Dabei scheint die schützende humorale Immunität nicht vollständig verloren zu gehen. Während die Autoantikörper stark abnahmen, veränderten sich die Gesamtspiegel von IgG, IgM und IgA nur vergleichsweise wenig. Auch Antikörpertiter gegen Tetanus und Varizella-Zoster blieben weitgehend stabil.

Ansprechen auf die Therapie nicht eindeutig, breite Anwendbarkeit offen

Allerdings war das Ansprechen nicht einheitlich. Zwei Patienten besserten sich nur teilweise. Eine weitere Patientin erreichte zunächst eine medikamentenfreie Remission, erlitt später jedoch einen Rückfall. Dieser Fall ist besonders aufschlussreich, da die Patientin die geringste CAR-T-Zell-Expansion und die früheste B-Zell-Rekonstitution zeigte.

Das Sicherheitsprofil war in dieser kleinen Kohorte zunächst akzeptabel. Alle sechs Patienten entwickelten ein Cytokine-Release-Syndrom, jedoch ausschließlich Grad 1 oder 2. Als dosislimitierende Toxizität wurde eine vorübergehende Transaminasenerhöhung Grad 3 registriert. Zytopenien waren häufig, teils auch verzögert, schwere Infektionen wurden während der bisherigen Nachbeobachtung jedoch nicht beobachtet.

Trotz der ermutigenden Ergebnisse bleibt Zurückhaltung geboten. Die Phase-I-Daten stammen von lediglich sechs Patienten, es gab keine Kontrollgruppe, die Studie war offen und die Nachbeobachtung umfasst bislang nur 36 bis 52 Wochen. Seltene oder späte Nebenwirkungen, insbesondere Infektionen, prolongierte B-Zell-Aplasie, Hypogammaglobulinämien, Zytopenien oder sekundäre Malignome, lassen sich damit noch nicht zuverlässig beurteilen.

Ebenso bleibt offen, wie dauerhaft der beobachtete immunologische Reset tatsächlich ist. Die Forschenden betonen deshalb ausdrücklich, dass CAR-T-Zellen bei rheumatoider Arthritis weiterhin experimentell sind und nur im Rahmen kontrollierter Studien an spezialisierten Zentren eingesetzt werden sollten.

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